HVB-Betrug: Mollath bleibt noch in Psychiatrie

29. April 2013, 13:28
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Ein Experte soll das Risiko einer Freilassung prüfen

Der gegen seinen Willen in der Psychiatrie untergebrachte Gustl Ferdinand Mollath bleibt weiter eingesperrt. Zunächst soll ein Experte erläutern, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Deutsche erneut Straftaten begehen wird, das berichtet die Sueddeutsche Zeitung. Bis dahin müsse die zuständige Vollstreckungskammer des Landgerichts Bayreuth weiter davon ausgehen, dass Mollath zu Recht die Freiheit verwehrt wird.

Dass Mollath die Taten, die man ihm vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth vorgeworfen hat, auch getan hat, davon sei "weiterhin auszugehen", zitiert die Zeitung einen Justizsprecher.

Schwarzgeldgeschäfte

Mollaths Fall gilt als heikel, weil seine Vorwürfe gegen die HypoVereinsbank (HVB) durch ein bankinternes Papier bestätigt wurden und innerhalb der in Bayern regierenden CSU für Zoff sorgten.

Mollath ist seit 2006 in der Psychiatrie untergebracht, weil er seine Frau misshandelt und Reifen zerstochen haben soll. Mehrere Gutachter haben ihm inzwischen Gefährlichkeit bescheinigt. Brisant ist der Fall, weil Mollath 2003 - nachdem er bereits angeklagt war - seine Frau, weitere HVB-Mitarbeiter und 24 Kunden beschuldigte, in Schwarzgeldgeschäfte verwickelt zu sein. Doch während die Nürnberger Staatsanwaltschaft keine Ermittlungen einleitete, hat ein HVB-Papier manche Vorwürfe Mollaths bestätigt. (sos, derStandard.at, 29.4.2013)

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    Gustl Mollath bei seiner Anhörung am 18. April. Er muss vorerst weiter in der Psychiatrie bleiben.

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