Susanne Pumper als Wiederholungstäterin acht Jahre gesperrt

29. April 2013, 10:41
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Ex-Spitzenläuferin hält trotz Dopingsperre an ihrer Vereinsfunktion fest

Wien - "Dieses Urteil hat keine Relevanz." So reagierte Susanne Pumper am Montag auf die Tatsache, dass sie - nicht rechtskräftig - von der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada) für acht Jahre gesperrt worden ist. Die 42-jährige Pumper, ehedem beste Langstreckenläuferin des Landes, reagierte übrigens allein im Gespräch mit dem Standard, und sie beschwerte sich darüber, dass sie weder von der Nada noch vom Verband (ÖLV) über das Urteil informiert worden sei. "Keine Relevanz" bezieht sich auch darauf, dass Pumper, wie sie sagt, Ende 2011 als aktive Sportlerin zurückgetreten sei. Hobbymäßig will sie "weiterhin laufen gehen - vielleicht will mir das ja auch jemand verbieten".

Pumper sei "Wiederholungstäterin", damit begründet die Nada die Länge von Pumpers Sperre, die rückwirkend ab 6. März 2012 läuft und am 5. März 2020 endet. Im Frühjahr 2008 war sie positiv auf Epo getestet und für zwei Jahre gesperrt worden. Am 19. Dezember 2011 brachte die Nada einen weiteren Prüfantrag gegen Pumper bei der Anti-Doping-Rechtskommission (ÖADR) ein. Ihr wurde vorgeworfen, sie habe "Ende 2008 20.000 Einheiten Dyn-Epo und 30.000 Einheiten Epo zum Preis von 200 Euro erworben", hieß es. Das Verfahren jedenfalls hat unter Berücksichtigung der vorgelegten Beweise und der Stellungnahmen der Athletin ergeben, "dass Pumper schuldig zu sprechen war".

Pumper, die 2005 Hallen-EM-Zweite über 3000 Meter war, würde die Marathon-Meistertitel 2010 und 2011 verlieren, sollte das Nada-Urteil rechtskräftig werden. Die Wienerin kann binnen vier Wochen Einspruch einlegen. Ob sie das tut, wusste sie am Montag noch nicht. "Ich muss erst mit meinem Anwalt reden." Sehr wohl als relevant könnte sich ein Satz aus dem Urteil erweisen. Pumpers Sperre soll nämlich "jede Form der Teilnahme (sowohl als Wettkämpfer als auch als Betreuer oder Funktionär) an Veranstaltungen" umfassen.

Dass Pumper nach wie vor dem Wiener Laufklub LCC vorsteht, den ob ihrer Dopinggeschichte bereits dutzende Mitglieder verließen, könnte sich so gesehen als problematisch erweisen. "Als Funktionär kann ich nur gesperrt werden, wenn ich mir als Funktionär etwas zuschulden kommen habe lassen", sagt Pumper, "und das habe ich nicht." Auf Verbandsseite kann man sich vorstellen, Pumper den Rücktritt aus ihrer LCC-Funktion nahezulegen oder LCC-Events aus dem Laufkalender zu streichen. (Fritz Neumann, DER STANDARD, 30.4.2013)

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    Langfristig aus dem Verkehr gezogen: Susanne Pumper.

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