Fichtenbauer: "Anpatzversuche"

26. April 2013, 18:11
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DÖW-Experte: "Verbindung ist völkisch eingestellt"

Wien - Die Debatte habe ihn nicht im Geringsten berührt, sagt Peter Fichtenbauer (FPÖ), nachdem die Grünen ihm am Donnerstag im Nationalrat ihre Stimmen bei der Wahl zum Volksanwalt verweigert hatten. "Ich werde diese Anpatzversuche nicht an mich heranlassen", betonte Fichtenbauer im Gespräch mit dem Standard. Er werde sich nun auf seine Aufgabe als Volksanwalt konzentrieren.

Der Hintergrund: Die Grünen hatten zunächst im Hauptausschuss für den Dreiervorschlag von SPÖ, ÖVP und FPÖ gestimmt, in Anerkennung, dass die FPÖ als nunmehr drittstärkste Fraktion ein Nominierungsrecht hat. Grünen-Abgeordneter Karl Öllinger verwies dann aber auf Fichtenbauers Mitgliedschaft bei der Burschenschaft Waldmark und beim Verein zur Pflege des Grabes des NS-Fliegermajors Walter Nowotny. Die Grünen forderten daraufhin eine Distanzierung Fichtenbauers, die nicht folgte.

"Da von außen keine Aktivitäten feststellbar sind, ist es sehr schwierig, sie innerhalb der Burschenschaften einzuordnen", sagt Andreas Peham, Rechtsextremismus-Experte im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, über die Waldmark: "Aber eines steht fest: Die Verbindung ist anti-österreichisch und völkisch eingestellt." Kritisch sieht Peham auch die andere Mitgliedschaft: "Er ist zwar nicht mehr im Vorstand des Vereins, aber er kann sich nicht hinwegschwindeln und hinter einem vermeintlich unpolitischen Totengendenken verstecken, im Wissen, welche Bedeutung Nowotny etwa in der Neonazi-Szene hat." So vermeintlich unbeschwert in diesem Feld zu agieren sei "zumindest kritikwürdig". (nik, pm, DER STANDARD, 27.4.2013)

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