Antikörper aus Lamas im Kampf gegen Lymphdrüsenkrebs

6. Mai 2013, 12:41
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Forscher stellen mithilfe gentechnischer Methoden sogenannte Nanobodies her

Lymphknotenkrebs wird gegenwärtig hauptsächlich mithilfe konventioneller Antikörper diagnostiziert und therapiert. Diese sind jedoch aufgrund ihrer Größe nur eingeschränkt geeignet. Ein hohes Verbesserungspotenzial sehen Hamburger Wissenschaftler in der Verwendung von Antikörpern von  Lamas. Diese Tiere verfügen neben den konventionellen Antikörpern auch über kleinere, sogenannte Schwere-Ketten-Antikörper. Daraus stellen die Experten mithilfe gentechnischer Methoden noch winzigere Partikel her und markieren damit Eiweiße auf der Oberfläche von Lymphomzellen. Das Hamburger Forscherteam will die sogenannten Nanobodies nun für die Behandlung von Lymphdrüsenkrebs weiterentwickeln.

Für die Therapie von Lymphdrüsenkrebs (Lymphomen) stehen bisher neben der klassischen Chemotherapie zusätzlich Antikörper zur Verfügung, welche unter anderem gegen das Zelloberflächen-Protein CD38 gerichtet sind. Diese Antikörper führen zum Schrumpfen der Tumoren, erreichen aber aufgrund ihrer Größe nur schwer das Tumorinnere. Dadurch können einzelne Tumorzellen mitunter überleben. Peter Bannas aus der Klinik für Radiologie und Friedrich Koch-Nolte vom Institut für Immunologie am Universitätsklinikum Hamburg wollen gemeinsam überprüfen, ob sich durch den Einsatz der zehnmal kleineren Nanobodies gegen CD38 die Tumordurchdringung erhöht, und damit ein diagnostischer sowie therapeutischer Vorteil gegenüber den konventionellen Antikörpern erzielen lässt.

Nanobodies bis zu zehnmal effektiver

In Vorarbeiten konnte Koch-Nolte demonstrieren, dass aus Lamas gewonnene Nanobodies sowohl im Reagenzglas als auch im Mausmodell nicht nur an spezifische Zelloberflächen-Proteine von Lymphom-Zellen binden, sondern gleichzeitig auch die Funktion der Zellen beeinflussen. Peter Bannas gelang es, Lymphome in der Maus mithilfe Fluoreszenz-markierter Nanobodies und dem Einsatz der sogenannten Fluoreszenz-optischen Bildgebung nachzuweisen. Im Vergleich zu konventionellen Antikörpern erwies sich die Verwendung der Nanobodies als bis zu zehnmal effektiver.

Das Ziel des gemeinsamen Projektes der Hamburger Forscher ist die Weiterentwicklung der Nanobodies für den gleichzeitigen Einsatz bei Diagnostik und Therapie – als ein sogenanntes "Theranostics". (red, derStandard.at, 6.5.2013)

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