Morddrohungen gegen serbische Regierungsspitze

20. April 2013, 21:12
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Serbiens Premier und Vizepremier mit Todesdrohungen konfrontiert - Nach Einigung mit Prishtina über den Nordkosovo

Belgrad/Pristina - Der serbische Ministerpräsident und sein Vize, Ivica Dacic und Aleksandar Vucic, sind mit Todesdrohungen konfrontiert, nachdem sie am Freitag in Brüssel mit dem kosovarischen Regierungschef Hashim Thaci eine Lösung für den mehrheitlich von Serben bewohnten Norden des Kosovo vereinbart haben. Er würde andauernd auf seinem Handy Todesdrohungen erhalten, erklärte Vucic gegenüber Medien.

Das serbische Verhandlerteam habe in Brüssel alle Anstrengungen unternommen, um das eigene Volk zu schützen, präzisierte der Vizepremier. Die Vorwürfe, dass das serbische Verhandlerteam die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt habe, wies Vucic zurück. Das könne man in der Vereinbarung an keiner Stelle finden. "Wir haben die Zukunft unserer Kinder gesichert", so der Vizeministerpräsident.

Flugblätter mit Telefonnummer

Die Drohungen, die Vucic erhalten hat, sind laut dem Sender B-92 auch gegen seine Familienmitglieder gerichtet. Anhänger der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS) des Haager Angeklagten Vojislav Seselj, zu der früher auch Vucic angehörte, haben am Samstag in Belgrad, Novi Sad und Mitrovica Flugblätter mit der Handynummer des serbischen Vizepremiers verteilt. Das Innenministerium hat sich laut der staatlichen Presseagentur Tanjug unterdessen mit der Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Schritte gegen die SRS-Aktion beraten.

Die am Freitag in Brüssel vereinbarte Gemeinschaft der serbischen Gemeinden soll Prishtina die Eingliederung des Norden des Landes ermöglichen. Die dort lebende serbische Volksgruppe lehnt derzeit jede Autorität der kosovarischen Behörden ab. Künftig soll sie eine Autonomie im Kosovo haben. Belgrad hat die vor fünf Jahren ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkannt. (APA, 20.4.2013)

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