Bene ringt um Zugeständnisse der Banken

17. April 2013, 18:56
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Nach einem Verlust von 28,7 Millionen Euro hofft der Konzern auf neue Kredite und auch einen Nachlass der Banken

Wien - Die Erwartungen waren schon ziemlich niedrig geschraubt, doch die am Mittwoch bekanntgegebenen Zahlen waren noch schlechter als befürchtet. Das Schicksal von Bene hängt nach einem Verlust von 28,7 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2012/2013 (per 31. Jänner) am seidenen Faden. Der erst im Dezember installierte neue Vorstand räumte ein, dass der Fehlbetrag das Grundkapital übersteige. Das Vorliegen eines negativen Eigenkapitals verneint Vorstandsmitglied Rudolf Payer allerdings.

Eigenkapitalquote unterschritten

Allerdings ist das Unterschreiten der Eigenkapitalquote von acht Prozent ein Thema, weshalb der Möbelhersteller eine gesetzlich vorgesehene Reorganisation vornehmen muss. Die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit bestehe aber nicht, wird betont. Dennoch benötige Bene eine nachhaltige Finanzierung, wobei sich Payer auch einen Nachlass der Banken wünscht. Die Frage nach einem Beitrag des Großaktionärs Bene Privatstiftung blieb unbeantwortet. Karl Sevelda, Vizechef der Raiffeisen Bank International und Stiftungsvorstand bei Bene, hat sein Aufsichtsratsmandat beim Möbelproduzenten zurückgelegt. Ihm folgt vorübergehend T-Mobile-Chef Andreas Bierwirth. Neben den Banken habe auch das Land Niederösterreich Hilfe im Rahmen der Möglichkeiten zugesichert. Der Firmensitz befindet sich in Waidhofen an der Ybbs. An eine Verlagerung sei nicht gedacht.

Die Bankschulden belaufen sich auf 75 Millionen Euro, dazu kommen Verbindlichkeiten von 40 Millionen aus einer Anleihe, die 2014 fällig wird. Die Sanierung sei bereits voll angelaufen, erklärte Vorstandsmitglied Michael Feldt. 110 Mitarbeiter seien vorrangig im Back-Office-Bereich abgebaut worden. Auch Standorte in Slowenien, Kasachstan und Deutschland wurden geschlossen. Weitere Bereiche stehen auf dem Prüfstand.

Stärker auf Margen achten

Künftig will Bene stärker auf die Margen achten. Für den Verluste seien nämlich vor allem prestigeträchtige Großprojekte verantwortlich. Zudem sei die Bilanz ausgemistet worden, etwa betreffend Forderungen und Lagerbestände. Die Sanierung dürfte aber heuer neuerlich zu roten Zahlen führen, erklärte der Vorstand. Auch der Umsatz werde auf rund 200 Millionen Euro zurückgenommen. (as, DER STANDARD, 17.4.2013)

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