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Einserkastl15. April 2013, 13:12
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Das wirklich gefährliche Gift gelangt ausgerechnet über die "schützende" Verpackung ins Essen

Es ist schon absurd: Einerseits sind Hygiene, Keimfreiheit und genormte Sicherheit längst ein Hauptaugenmerk bei der "Qualität" industrieller Lebensmittel. Und anderseits gelangt das wirklich gefährliche Gift ausgerechnet über die "schützende" Verpackung ins Essen.

Die Rede ist vom Plastikweichmacher Bisphenol A, der den Komfort des modernen Menschen zwar in zahllosen Anwendungen erhöht - aber die unglückselige Eigenschaft hat, schon bei geringster Dosierung ins Hormonsystem einzugreifen. Besonders dramatisch wirkt er in " lebensmittelechten" Plastikverpackungen und speziell in der Innenwandbeschichtung von Konservendosen. Das hat jetzt eine Studie der französischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (ANSES) erstmals nachgewiesen.

Demnach hat Bisphenol A speziell bei Schwangeren massive Auswirkungen auf die spätere Gesundheit des Kindes - so kann es schon in weit geringerer Menge Brustkrebs verursachen als bisher angenommen.

Laut Studie liegen die EU-Grenzwerte für die zulässige Tagesdosis nämlich um einige Tausend über dem, was toxikologisch unbedenklich wäre. Frankreich fordert jetzt ein Verbot von Bisphenol A. Nur: Ein Ersatzstoff für seine multiplen Einsatzgebiete ist noch nicht in Sicht. Einstweilen hilft also nur, auf vorgefertigtes Plastikessen zu verzichten, am Markt einzukaufen und selbst zu kochen, statt Plastikfutter aufzuwärmen. (Severin Corti, DER STANDARD, 15.4.2013)

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