Blinde lernen mit Computerspiel fremde Gebäude kennen

29. März 2013, 09:06
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Nutzer steuern Avatar, um sich danach im realem Gebäude orientiern zu können

US-Wissenschafter haben ein Computerspiel entwickelt, mit dem Blinde eine räumliche Karte eines Gebäudes in ihrem Kopf erstellen können. Damit können sie sich später im realen Gebäude auf Anhieb selbstständig zurechtfinden. Bei dem System steuern die Nutzer einen virtuellen Stellvertreter, einen sogenannten Avatar, durch ein dreidimensionales Abbild eines Gebäudes. Im Spiel müssen sie Edelsteine suchen, die sich in bestimmten Räumen befinden, und Monstern ausweichen, die ihnen die Edelsteine wieder abnehmen wollen.

Durch virtuelle Welt navigieren

Im Testprogramm navigierten die Blinden durch das Carol Center for the Blind in Newton. Es war mit allen Gängen, Türen und sonstigen Raumstrukturen naturgetreu dargestellt, wie der Onlinedienst "wissenschaft.de" am Donnerstag schrieb.

Hörsignale geben den Blinden Hinweise auf Raumstrukturen. So bedeutet ein Ton im rechten Ohr, dass sich rechts eine Tür befindet. Dreht der Nutzer seinen Avatar um 180 Grad, kommt das Signal von links, erklärten Lotfi Merabet von der Harvard Medical School und Kollegen im "Journal of Visualized Experiments".

Orientierung im realen Gebäude

Die Forscher testeten den Erfolg ihres Systems, das sie "Audio Based Environment Simulator" genannt haben, am echten Carol Center for the Blind. Blinde, die zuvor das virtuelle Spiel gespielt hatten, konnten sich im realen Gebäude gut orientieren und kannten etwa von verschieden Räumen aus den schnellsten Weg zum Ausgang.

Die dreidimensionalen Abbilder vieler weiterer Gebäude könnten nun in das Computerprogramm integriert werden, sagen die Forscher. So könnte ein Konzept entstehen, das Millionen blinder Menschen weltweit die Möglichkeit bietet, mehr Selbstständigkeit zu entwickeln.

"Sie können sich in einem sicheren Umfeld mit einer komplexen Umgebung vertraut machen, um sich dann später selbstbewusst in der Realität zurechtfinden zu können", resümierte Merabet. (APA, 29.3.2013)

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