Weitere Details aus Grassers Steuerakt

26. März 2013, 14:14
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Der Ex-Finanzminister soll Vorteile aus seinem Ministeramt gezogen und einen billigen Porsche erhalten haben

Die Wiener Wochenzeitung "Falter" veröffentlicht weitere Details aus dem Steuerakt des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser und bestätigt damit einen STANDARD-Bericht vom Jänner dieses Jahres.

Dabei geht es um den strafrechtlich zu prüfenden Vorwurf, die sogenannte "Porsche-Affäre". Grasser soll von der Firma Porsche zu Ministerzeiten privat ein Luxusauto zu extrem günstigen Konditionen geleast haben, einen Porsche 911 C4 Cabrio. Diesen habe Grasser um 581 Euro pro Monat geleast, das gebe er mittlerweile laut "Falter" auch vor der Finanz zu. Zum STANDARD-Bericht hat Grasser-Anwalt Manfred Ainedter damals gesagt, dieser sei eine Ente. Grasser betonte gegenüber dem "Falter", dass an den Vorwürfen "nichts dran sei".

Grassers Steuerberater Thomas Keppert begründet seine Berufung, dass "derartige VIP-Leasingverträge für Personen mit hohem Bekanntheitsgrad zu günstigen Konditionen in der Automobilbranche durchaus üblich" sind.

Am freien Markt hätte Grasser für das Gefährt 1.800 Euro bezahlen müssen, errechnete hingegen die Finanz und fordert nun die Versteuerung eines "Vorteils aus dem Dienstverhältnis" in der Höhe von 23.469 Euro, schreibt der Falter. Genau diesen Betrag hat auch schon der Standard in seiner Geschichte im Jänner aus dem Steuerakt zitiert.

Strafrechtlich sei die Sache laut "Falter" nicht uninteressant. Das Geschenk habe laut Finanz "seine Wurzel im Zusammenhang mit der Ministertätigkeit", denn "in der Amtszeit als Finanzminister hatte Mag. Grasser mehrfach beruflichen Kontakt zur Firma Porsche, insbesondere zum damaligen Vorstandsdirektor Dr. Wendelin Wiedeking."  In einem Schreiben Wiedekings an Grasser bedanke sich dieser für Beratungstätigkeit in EU-rechtlichen Fragen. (red, derStandard.at, 26.3.2013)

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