Pflanzenfleisch und Nahrung für die Politik

19. März 2013, 20:26
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Der Science2Business-Award zeichnete Kooperationsprojekte aus

Aus pflanzlichen Rohstoffen fleischähnliche Produkte herstellen: Diese Idee verfolgt das EU-Projekt "Like Meat" des Instituts für Lebensmittelwissenschaft an der Universität für Bodenkultur und der Fleischhauerkette Radatz. Beim diesjährigen Science2Business-Award wurde " Like Meat" zum Gewinner des mit 8000 Euro dotierten Hauptpreises gekürt. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass das Projekt eine klimaschonende Alternative zu Fleisch erarbeiten will.

Als Brückenbauer zwischen Biotechnologie, Medizin und Wirtschaft verstehen sich die Organisatoren der Life-Science-Success, einer Veranstaltung, die Unternehmen und Universitäten miteinander vernetzen will. Traditioneller Höhepunkt war gestern, Dienstag, die abendliche Science2Business-Award-Verleihung in Wien, die Projekte an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft auszeichnete.

Auf den mit 4000 Euro dotierten zweiten Platz schaffte es ein Projekt aus Kärnten. Die CTR Carinthian Tech Research AG ist ein industrieorientiertes Forschungs- und Entwicklungszentrum für intelligente Sensorik, die mit dem Projekt "Mikrosysteme für schnelle Qualitätsanalysen" ins Rennen ging. Mit Molekülschwingungsspektroskopie im Infrarot- und Nahinfrarotbereich sollen Verunreinigungen in Lebensmitteln genauso wie in der Luft schneller identifiziert werden können. "Apo-Ident" für Medikamente in Apotheken ist schon am Markt, die Technologie soll schon bald auch für den Nahrungsmittel- und Umweltbereich eingesetzt werden können.

Gesundheitswesen simulieren

Neben den Science2Business-Awards, die vom Wirtschaftsministerium zur Verfügung gestellt werden, wurde auch noch ein dritter Preis vergeben. Der mit insgesamt 4000 Euro dotierte Janssen-Special-Award, gesponsert von der Pharmasparte von Johnson & Johnson, ging an eine Kooperation zwischen Technischer Universität Wien und dem Unternehmen dwh, das Simulationsmodelle für komplexe Systeme entwickelt.

In Österreich werden jährlich 20 bis 25 Milliarden Euro im Gesundheitsbereich umgesetzt. "Es wird von Jahr zu Jahr wichtiger, das investierte Geld auch wirklich richtig einzusetzen", sagt Niki Popper, Absolvent der TU Wien, der nun bei der Firma dwh forscht und in enger Kooperation mit der Forschungsgruppe von Felix Breitenecker vom TU-Institut für Analysis und Scientific Computing steht. Gemeinsam haben die Wissenschafter im Auftrag des Hauptverbands der Österreichischen Sozialversicherungen bereits die Kosten-Nutzen-Relation eines Impfprogramms evaluiert.

Jetzt entwickeln sie Simulationsmodelle, um andere medizinische Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaft objektiv bewerten zu können. Aus der Flut an Daten im Gesundheitssystem wollen sie etwa bessere Entscheidungsgrundlagen für die Politik schaffen. (Karin Pollack, DER STANDARD, 20.03.2013)

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    Schnitzel ohne Fleisch ist das Ziel des Siegerprojekts.

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