Italienischer symphonischer Abschied

18. März 2013, 17:42
1 Posting

Fabio Luisi und die Wiener Symphoniker rückten im Wiener Musikverein "Italien" in den Mittelpunkt

Wien - Die Art und Weise, in der Fabio Luisi seine Ära als Chef der Wiener Symphoniker beendete, hatte auch zu manchen Irritationen geführt. Nun schien es, als wollten Dirigent und Orchester im Musikverein auf programmatische Weise nochmals das Verbindende hervorstreichen.

Die drei Werke des Programms sollten offenbar ein wohlwollendes bis freundschaftliches Klima demonstrieren, indem sie "Italien" in den Mittelpunkt rückten. Die Ouvertüre zur Giuseppe Verdis La forza del destino konnte dabei allerdings auch als Kommentar zu jenen neuen Aufgaben verstanden werden, welche "das Schicksal" für den Klangkörper und seinen Leiter in New York und Zürich bereithielt.

Musiziert wurde sie freilich denkbar einmütig, straff, elastisch und stringent - und mit einer Energie, welche die Zusammenarbeit in ruhigeren Tagen nicht immer ausgezeichnet hatte. Auch die folgenden beiden von Italien inspirierten Großformate von Joseph Marx und Richard Strauss strahlten größtmögliche beiderseitige Anteilnahme aus.

Im ersten Fall (Castelli Romani) wurde trotz des behänden Klaviersolisten Markus Schirmer der Sinn der vielen spätromantisch geschwängerten Noten nicht immer ganz klar. Doch das kann auch am Stück liegen. Auch Strauss' Aus Italien ist ein sehr redseliges Stück, das jedoch von allen Beteiligten - virtuose Bläser! - effektvoll in Szene gesetzt wurde. Das Niveau des Orchesters war jedenfalls ein Grund zu reiner Freude. (Daniel Ender, DER STANDARD, 19.3.2013)

Share if you care.