600 Millionen Dollar Strafe für Insiderhandel

17. März 2013, 18:58
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Der Firma wird vorgeworfen, von geheimen Informationen über ein Alzheimer-Medikament an der Börse profitiert zu haben

Washington/Wien - Für einen besonders schwerwiegenden Insidertipps muss ein US-Hedgefonds tief in die Tasche greifen. SAC Capital Advisors zahlt im Rahmen eines Vergleichs insgesamt 614 Millionen Dollar (467 Millionen Euro), um gleich zwei Fälle zu den Akten legen zu können. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte Tochterfirmen vorgeworfen, auf Basis geheimer Informationen spekuliert zu haben.

Der amtierende SEC-Chefermittler George Canellos sprach am Freitag in Washington von einer "scharfen Warnung" an Hedgefonds. Insiderhandel ist verboten, weil er andere Anleger benachteiligt. Die 600 Millionen Dollar sind laut SEC die höchste Summe, die je in einem solchen Fall in den USA gezahlt wurde.

Außmaß historisch beispiellos

Bei dem Vergehen habe es sich um ein Insidergeschäft in einem historisch beispiellosen Ausmaß gehandelt, hatte Staatsanwalt Preet Bharara im November vergangenen Jahres die Klage gegen CR Intrinsic Investors begründet. Es könnte sich gar um den "lukrativsten Insidertipp aller Zeiten" gehandelt haben.

Die US-Behörden verfolgen derartige Fälle momentan besonders scharf. So wanderten in jüngerer Vergangenheit gleich mehrere Wall-Street-Größen hinter Gitter, darunter Rajat Gupta und Raj Rajaratnam.

In einem der nun beigelegten Fälle spielt der Hedgefonds-Manager Mathew Martoma die Hauptrolle. Er war den Ermittlungen zufolge von einem Arzt frühzeitig über den Ausgang eines Medikamententests informiert worden, der später die Aktienmärkte bewegte. Dank dieser Infos konnte der Fonds Verluste in dreistelliger Millionenhöhe vermeiden.

Allein der Abschluss dieses Falls kostete SAC Capital Advisors 600 Millionen Dollar. Weitere 14 Millionen Dollar wurden fällig, um den Vorwurf aus der Welt zu räumen, Hedgefonds-Manager einer anderen Tochtergesellschaft hätten sich Geschäftszahlen der Computerfirmen Dell und Nvidia vor der Veröffentlichung besorgt und mit diesem Wissensvorsprung an der Börse gehandelt.

Ermittlungen laufen weiter

Weder bestritt SAC in beiden Fällen die Vorwürfe, noch räumte der Hedgefonds Versäumnisse ein. Das ist die übliche Formel bei Vergleichen. Brisant sind die Fälle, weil Steven Cohen, eine der bekanntesten Figuren der Wall Street, hinter SAC steckt. Ihm persönlich wurde allerdings kein Fehlverhalten zur Last gelegt.

Während der Hedgefonds selbst das Insiderkapitel nun abhaken kann, laufen die Ermittlungen von SEC und Staatsanwaltschaft gegen Martoma weiter. Die Vorwürfe gegen ihn spielen im Jahr 2008: Martoma hatte in die Pharmafirmen Elan und Wyeth investiert, die gerade ein Alzheimer-Mittel entwickelten. Nachdem er jedoch von dem Arzt erfahren habe, dass das Präparat nicht den gewünschten Erfolg zeige, habe er die Aktien verkauft, sagt die SEC. Nach der Veröffentlichung der Testergebnisse brach der Kurs tatsächlich ein. Sein Anwalt beteuert Martomas Unschuld. (dpa, DER STANDARD, 18.3.2013)

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    Mathew Martoma, Hedgefonds-Manager bei SAC Capital Advisors, spielte die Hauptrolle in dem bisher wohl lukrativsten Insidergeschäft, in dessen Mittelpunkt ein Alzheimer-Medikament stand.

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