Vettel in Australien zwei Mal Schnellster

15. März 2013, 09:24
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Weltmeister gab gleich beim Auftakt den Ton an - Mercedes deutlich verbessert

Mit einer Machtdemonstration hat für Sebastian Vettel und Red Bull Racing das Formel-1-Jahr 2013 begonnen. Der Triple-Champion raste am Freitag im sonnigen Albert Park von Melbourne allen winterlichen Zweifeln davon und erzielte in beiden freien Trainings für den Grand Prix von Australien Bestzeit. Im zweiten lagen mit Vettel und Lokalmatador Mark Webber sogar beide Red-Bull-Fahrer voran. Mercedes zeigte sich wie erwartet erstarkt, verlor im Finish aber beide Autos.

Toro Rosso eröffnete kurz nach 12.30 Uhr Ortszeit bei Sonnenschein und 22 Grad den ersten Trainingstag der neuen Saison, den Ton gab aber sofort der "große Bruder" an. Vettel stürmte auf der Südhalbkugel bei gegenüber den kalten Spanien-Wintertests deutlich wärmeren Temperaturen sofort an die Spitze des Feldes. Der Deutsche blieb in seiner "Hungry Heidi" alias RB9 im zweiten 90-Minüter mit 1:25,809 Min. und 0,264 Sekunden vor Webber auch klar unter der Freitagszeit des Vorjahres.

Und das, obwohl Vettel mit dem ersten Satz der neuen Supersoft-Reifen auf einen Kontrahenten auflief und seine bis dahin deutlich schnellere Runde abbrechen musste. Sonst wäre der 25-jährige Titelverteidiger wohl noch klarer in Front gelegen. Die Hoffnung der Konkurrenz, das austro-englische Weltmeister-Team Red-Bull überflügeln zu können, erhielt damit gleich einen mächtigen Dämpfer.

"Das war ein guter, problemloser Tag für uns. Aber man darf einen Freitag nie überbewerten und wir müssen auf das vorbereitet sein, was noch kommt", blieb Dreifach-Weltmeister Vettel nach den ersten zwei Übungseinheiten auf der Rennstrecke dennoch vorsichtig. Wichtig sei vor allem gewesen: "Das Auto reagiert so, wie ich das will."

Tagesdritter wurde Nico Rosberg. Damit bestätigte der Deutsche den offensichtlichen Aufwind bei Mercedes, den schon in der ersten Session Neuzugang Lewis Hamilton als Viertschnellster untermauert hatte. Allerdings musste die Silberpfeil-Truppe des neuen österreichischen Motosport-Direktors Toto Wolff am turbulenten Trainingsende, als es bei bereits tief stehender Sonne zu einigen Ausritten kam, einen doppelten Rückschlag hinnehmen.

Rosberg blieb mit einem Getriebeschaden am W04 liegen, Hamilton raste wegen eines beschädigten Unterbodens in einen Reifenstapel. "Wir sind dennoch auf viele Kilometer gekommen. Das mit dem Getriebe ist kein großes Drama und Lewis war am Ausritt schuldlos", gab sich Wolff trotzdem zufrieden. Aufsichtsratschef Niki Lauda stimmte dem zu: "Ein guter erster Tag. Aber man muss abwarten, wie das Ganze am Samstag aussieht."

Neben Red Bull und Mercedes zeigten auch Ferrari mit Felipe Massa und Fernando Alonso im ersten Training mit den Plätzen zwei und drei sowie später Lotus mit Kimi Räikkönen (4.) und Romain Grosjean (5.), dass sie wie erwartet 2013 zu den Topteams gehören. Mit den ganz weichen Reifen schwächelte der Ferrari am Nachmittag aber deutlich. Der Supersoft löste sich am neuen F138 relativ schnell auf, womit Vizeweltmeister Alonso über Platz sechs nicht mehr hinauskam.

Weiter Rätsel gab hingegen McLaren auf. Mit dem schon bei den Tests nicht wirklich überzeugenden, neuen MP4-28 schaffte es nur der dreifache Australien-Sieger Jenson Button am Vormittag als Neunter ein Mal in die Top-Ten. Hamilton-Ersatz Sergio Perez (MEX) kam über die Plätze 11 und 13 nicht hinaus.

Nachdem auch am Freitag in Australien in erster Linie das Verhalten der Autos mit den noch weicher gewordenen Reifen sowie unterschiedlicher Betankung ausprobiert wurde, wird man erst am Samstag nach dem ersten Qualifying der Saison wirklich wissen, wie die Hackordnung für 2013 aussieht. Allerdings ist für den Tag vor dem am Sonntag um 7.00 MEZ beginnenden Rennen Regen, Wind und kühleres Wetter angekündigt. Nach den Eindrücken des ersten Trainingstages werden die Fahrer am Sonntag eher drei statt zwei Stopps einlegen müssen. (APA; 15.3.2013)

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    Sebastian Vettel gibt den Ton an.

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    Der Playstation-Controller von Mark Webber.

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    Nico Rosberg stellt seinen Mercedes ab.

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    Sergio Perez von McLaren ist noch am Grübeln.

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