Leiche Pablo Nerudas wird exhumiert

13. März 2013, 16:29
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Untersuchung im April soll Theorie über Mord an Autor klären

 Santiago de Chile - Die sterblichen Überreste des chilenischen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda sollen am 8. April exhumiert werden. Das verlautete am Dienstag aus chilenischen Justizkreisen. Ziel der Exhumierung ist es, herauszufinden, ob Neruda an Krebs starb oder ob er vergiftet wurde.

Laut offizieller Version starb der Schriftsteller knapp zwei Wochen nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 an Prostatakrebs. Die Pablo-Neruda-Stiftung wies bisher die Theorie zurück, wonach der überzeugte Kommunist unter der Militärherrschaft ermordet wurde. Nerudas Sekretär und Fahrer Manuel Araya hatte ausgesagt, dass er den Poeten kurz vor seinem Tod in eine Klinik gebracht habe, wo ihm eine "mysteriöse Spritze" verabreicht worden sei. Neruda habe geplant, nach Mexiko auszufliegen, dazu sei es aber nicht mehr gekommen.

Grünes Licht für Untersuchung

Im Juni 2011 gab die chilenische Justiz grünes Licht für eine Untersuchung der Umstände des Todes, nachdem die Kommunistische Partei nach den Aussagen von Nerudas Fahrer Anzeige erstattete. Ein Richter ordnete im Februar die Exhumierung an, bisher stand aber noch kein Datum fest.

Neruda wurde insbesondere durch seine Liebesgedichte sowie durch den "Canto General" ("Der große Gesang"), ein episches Gedicht über Südamerikas Geschichte, bekannt. 1971 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Die Werke des Autors, der zu den führenden Mitgliedern der Kommunistischen Partei Chiles zählte, waren während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet zwischen 1973 und 1990 verboten. (APA, 13.3.2013)

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