Bawag startet mit Staatsgeld-Rückzahlung

13. März 2013, 17:57
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Mit 550 Millionen Euro hat die Republik die Bawag gestützt. Diese Hilfe wird nun abgebaut. 50 Millionen fließen heuer zurück

Wien - Als erste heimische Bank startet die Bawag heuer mit der Rückzahlung des staatlichen Partizipationskapitals. 50 Millionen Euro sollen zwischen April und Juni an den Staat rückgeführt werden. Gemeinsam mit den Zinsen auf das Staatsgeld (51 Millionen Euro) fließen heuer rund hundert Millionen in die Kasse der Republik.

Dass die Bank nun beginnt, ihre Schulden beim Staat zu verringern, liegt wohl auch an den Kosten für das Kapital. Nach 2014 werden diese immer teurer, denn ab dem sechsten Jahr erhöht sich der Zinssatz um jeweils einen halben Prozentpunkt. Die Bawag sieht das Staatsgeld jetzt schon als "teures Kapital", sie zahlt pro Jahr 9,3 Prozent dafür.

Wann weitere Anteile folgen, ist offen

Wann die 550 Millionen PS-Kapital zur Gänze rückgeführt sein sollen, ließ Bawag-Chef Byron Haynes am Mittwoch aber offen. "Das hängt von der jährlichen Kapitalausstattung der Bank ab". Und diese erlaube heuer eine erste Rückzahlung. Die Liquiditätslage der Bank bezeichnet Haynes als " solide", die Überschussliquidität zum Jahresende beträgt 4,1 Milliarden Euro. Fit für die Rückzahlung an den Staat macht die Bank auch die im Dezember erfolgte Kapitalstärkung. Der US-Haupteigentümer Cerberus und der neue US-Aktionär Golden Tree schossen Geld ein. Zum Teil über einen Anleihe-Wandel, zum anderen über frisches Kapital. Bar ging es um 200 Millionen Euro.

Cerberus hält nun 51,78 Prozent, Golden Tree 39,46 Prozent - und ist gestern auch in den Aufsichtsrat eingezogen, der von bisher neun auf zwölf Personen vergrößert wurde. Die restlichen neun Prozent gehören österreichischen Investoren - etwa der Post, sowie den Versicherungen Generali und Wüstenrot.

Im Februar hat sich die Bawag auch vom Liquiditäts-Tropf der Europäischen Zentralbank abgekoppelt und die Finanzspritzen der EZB (zwei Milliarden Euro) zurückgegeben.

Details folgen später

Die Bank schließt heuer ein mehrjähriges Kostensenkungsprogramm ab. Wie viele Hundert Jobs das samt aller Beteiligungsverkäufe gekostet hat, wird erst am Schluss berichtet. Dazu machte Haynes am Mittwoch keine Angaben. Ende 2012 hatte die Bank 4003 Beschäftigte (2011: 4038). Die mit den Einsparungen verbundenen "Restrukturierungskosten" belasteten die Vorjahresbilanz mit 43 Millionen Euro. In Summe weist die Bank einen um 12,4 Prozent geringeren Nettogewinn von 107,3 Millionen Euro aus. Durch die Kürzungen stieg die Kernkapitalquote von 7,8 auf elf Prozent.

Filialen will Haynes nicht schließen - im Gegenteil: Bis zum Jahresende will man von derzeit 461 Filialen auf rund 500 aufstocken. Im Filialnetz teilt sich die Bank größtenteils die Kosten mit der Post. Damit sieht sich die Bawag komfortabler aufgestellt als die Konkurrenz, die Standorte schließt. Der Zahlungsverkehrsvertrag mit dem Bund wurde 2012 " modifiziert" und verlängert. (bpf, DER STANDARD, 14.3.2013)

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