Mordversuch an Passauer Polizeichef

12. März 2013, 10:46
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Oberösterreichisches rechtes Netzwerk im Visier der Justiz

Das in Oberösterreich gesprengte rechtsextreme Netzwerk "Objekt 21" interessiert nun auch jene Ermittler, die den 2008 verübten Mordversuch am Passauer Polizeichef Alois Mannichl aufklären sollen. Laut Medienberichten könnte die Gruppe mit dem Attentat in Verbindung stehen.

Objekt 21

Im Jänner hatte eine Sonderkommission der oö. Kriminalpolizei eine Bande ausgehoben, auf deren Konto u.a. Waffen- und Drogenhandel sowie zahlreiche Gewalt-, Eigentums- und Vermögensdelikte - u.a. zwei Brandanschläge auf Bordelle im Bezirk Kirchdorf und in Wien - gehen sollen. 24 Personen wurden festgenommen, mehrere sitzen nach wie vor in Untersuchungshaft. Einige der Festgenommenen gehörten der vor zwei Jahren aufgelösten rechtsextremen Vereinigung "Objekt 21" an, die ihren Sitz in einem Bauernhof im Bezirk Vöcklabruck hatte. Dort fanden auch einschlägige Liederabende statt und die Polizei stellte Fahnen und Schriften mit NS-Symbolen sicher.

Wie die Tageszeitung "Österreich" vor einigen Tagen berichtet hatte, interessieren sich nun auch bayerische Ermittler für die Mitglieder des rechten - so die Eigendefinition - "Freizeit- und Kulturvereins". Laut "Kronen Zeitung" soll es Anfang April in Linz eine Fallbesprechung zwischen deutschen und den österreichischen Kriminalisten geben. Der Mordversuch am Passauer Polizeichef ist nach wie vor ungeklärt. Von den Tätern, die aus dem Neonazi-Milieu kommen dürften, fehlt trotz Phantombildern mit markanten Tätowierungen jede Spur.

Nationalistische Parolen und Messerstich

Unbekannte hatten Mannichl 2008 vor der Tür seines Hauses in der Dunkelheit aufgelauert. Ein glatzköpfiger Mann warf ihm nationalistische Parolen an den Kopf und versetzte ihm einen Messerstich. Die elf Zentimeter lange Klinge verfehlte das Herz nur knapp, eine Notoperation rettete dem Spitzenbeamten das Leben. "Du trampelst auf den Gräbern unserer Kameraden herum", soll der Attentäter unter anderem zu seinem Opfer gesagt haben. Hintergrund dürfte sein, dass der Passauer Polizeichef bei einer Gedenkveranstaltung für Kriegsopfer angeblich auf eine Grabplatte gestiegen sein soll, was auf einschlägigen Internetplattformen für Unmut sorgte. (APA, 12.03.2013)

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