Erste "HTC-One"-Tests: Gute Kamera und mieser Akku

12. März 2013, 11:05
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Erste "HTC-One"-Tests: Innovative Kamera, aber schlechter Akku

HTCs neues Flaggschiff "HTC One" ist die große Hoffnung für das taiwanesische Unternehmen. Schon lange ging es dem Hersteller nicht mehr so schlecht wie jetzt, weshalb das neueste Android-Smartphone aus dem Hause HTC mit großen Erwartungen auf den Markt gebracht werden wird. Die ersten Tests des Geräts fallen für das Handy durchaus positiv aus, wenn auch mit etlichen Kritikpunkten. Die ersten großen Tests wurden dabei von ZDNet und The Verge gebracht. Die Reviews wurden allerdings mit Geräten durchgeführt, die noch nicht zu 100 Prozent am neuesten Software-Stand sind und so nicht in den Verkauf kommen, weshalb Aussagen darüber mit Vorsicht zu genießen sind.

Home Screen und innovative Kamera

Angesichts der bevorstehenden Präsentation des Galaxy S4 von Samsung, wird sich das "HTC One" noch einige Zeit lang dem Weltmarktführer stellen müssen und Vergleiche zulassen müssen. Anstatt auf reine technische Specs zu setzen, hat sich HTC in seinem neuesten Flaggschiff für zwei Elemente entschieden, die laut The Verge als Hauptargumente für das HTC One gelten sollen: Eine neuartige Kamera und ein neu durchdachter Home Screen.

Zwei Hände nötig

Gleich zu Beginn erhält das Aluminium-Gehäuse des Smartphones großes Lob. Im Gegensatz zu den vielen Plastik-Handys fühle sich das "HTC One" laut The Verge in der Hand gut an. Die Lautsprecher auf der Vorderseite des Telefons lassen das Design industriell wirken, das Glas sehe geschmeidig und poliert aus. Lediglich an der Seite des Telefons und an einem Teil der Rückseite befindet sich weißer Kunststoff. An der rechten Seite sind Micro-USB-Anschluss, Kopfhörer-Eingang und Lautstärkeregelung angebracht. Ein Nachteil des Aluminium-Gehäuses sei aber die Kälte des Telefons, die das Handy durch die Größe von fünf Zoll und die klaren Linien etwas „inhuman" wirken lasse. Für die Bedienung des Smartphones brauche man zwei Hände, da der Home-Button als auch der Einschaltknopf zu weit weg seien, wenn man das Handy mit nur einer Hand bedient.

Guter Sound und scharfes Display

Der 4,7-Zoll-Bildschirm mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel sei der "schärfste Screen", den der Autor David Pierce jemals gesehen hat. Zudem seien die Farben fantastisch und die schwarzen Töne außerordentlich tief. Lediglich die Bildschirmhelligkeit sei zu bemängeln, weshalb der Bildschirm im Sonnenlicht schlecht lesbar sei. Besonders beim Spielen mache sich die Auflösung aber bezahlt, hinzu komme der gute Stereo-Sound der Lautsprecher auf der Vorderseite. Der Sounds, so Pierce, sei der beste Smartphone-Sound, den er bislang gehört habe.

Fotos insgesamt "nicht besonders gut"

Eines der wichtigsten Features des neuen "HTC One" ist die Kamera. Die sogenannte "UltraPixel"-Kamera mit vier Megapixel soll im Gegensatz zu vergleichbaren Kameras drei Mal so viel Licht aufnehmen. Die Kamera sei zudem schneller beim Auslösen und könne vorhandene Fotos schneller teilen. Auch bei sehr dunklen Verhältnissen könne sie gute Fotos aufnehmen. Auch, wenn die Farben gut rüberkommen und die Fotos hell sind, seien die Fotos insgesamt nicht besonders gut. Die Fotos wirken, als wären sie mit Weichzeichner bearbeitet worden.

Zahlreiche Video-Features

Videoaufnahmen hingegen seien laut ZDNet "die größte Innovation" an dem Smartphone. Der "Zoe"-Button in der Kamera nimmt Video für wenige Sekunden auf, ähnlich wie der erst vor kurzem gelaunchte Service "Vine". Aus diesen "Zoes" können dann einzelne Aufnahmen als Foto gewählt werden. Zusätzlich gibt es zahlreiche Editier-Funktionen für diese 3-Sekunden-Videos. Die Sequenzen können dann bei HTC für 180 Tage gehostet werden. Mit "Highlight"-Videos werden Videos, Fotos und Zoes in einer 30-sekündigen Slide Show dargestellt, die mit Effekten und Musik unterlegt werden können. Diese Highlight-Videos werden automatisch erstellt und können anschließend editiert werden.

Schlechter Akku als Nebeneffekt

Die anderen Spezifikationen des Smartphones lassen auch nicht zu wünschen übrig: Ein Snapdragon 600 Quadcore-Prozessor mit 1,7 Gigahertz-Taktung, 2 Gigabyte RAM und die üblichen Standards wie NFC, Bluetooth 4.0, WLAN, Gyroskop und GPS. Die Performance sei deshalb sehr gut und vergleichbar mit anderen High-End-Smartphones. Ein großer Kritikpunkt ist aber die Akkulaufzeit. Bei minimaler Verwendung (E-Mail, Twitter, Browser) komme man lediglich zehn Stunden mit einer Akkuladung aus. Pierce bezeichnet dies als unangenehm, es sei aber ein Nebeneffekt großer Bildschirme und schneller Smartphones.

Interface "nicht intuitiv"

Das HTC-eigene User Interface für Android 4.1.2 namens "Sense" wurde deutlich überarbeitet. Der Desktop ist nun voller Icons und Shortcuts, die mit Content befüllt werden können – etwas ähnlich zu Windows 8. Mit Blinkfeed können Inhalte aus Feed-Readern am Home Screen angezeigt werden. Auch Twitter- und Facebook-Integration sind hier möglich. Zwar sei das neue Interface schnell, die Auswahlmöglichkeiten seien aber zu groß, sodass sich das Android-System dadurch "nicht intuitiv" anfühlen würde.

Insgesamt gute Bewertungen

Insgesamt schnitt das HTC One aber gut ab. Bei The Verge erreichte es 8.3 von 10 Punkten. Vor allem die Hardware sei konkurrenzfähig und durchdacht. Kritikpunkte gab es einerseits für die Kamera, den Akku und auch teilweise für das Interface. Für ZDNet ist das HTC One hauptsächlich wegen seiner Video-Features interessant. Ob das ausreicht, um Smartphone-User anzuziehen, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen, wenn das Smartphone auf den Markt kommt. Einen Termin für den Österreich-Start gibt es bislang nicht. Laut HTC soll das Smartphone noch diese Woche in Deutschland ausgeliefert werden. (red, derStandard.at, 12.3.2013)

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    Das HTC One schneidet bei den Tests zwar gut ab...

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    ...einige Kritikpunkte gibt es aber doch.

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    Das Interface sei nicht intuitiv genug...

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    ...und der Akku sei schlecht.

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