Biker-Wirte gesucht: Das Ende des Topfenstrudels

11. März 2013, 16:34
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Natürlich ist beim Motorradfahren der Weg das Ziel. Aber wir brauchen auch Zwischenziele

"Ich halt den Topfenstrudel nicht mehr aus", beschwert sich Alex. Er sitzt am Esszimmertisch, schon in der halben Motorradpanier, nascht aus dem Römertopf und träumt von der kommenden Motorrad-Saison. Zu den Themen gehören da nicht nur die Auffrischungen im Fuhrpark, sondern natürlich auch die Touren, die man unbedingt fahren muss. Ja, da muss man schon ein wenig planen, weil jedes Wochenende in die Kalte Kuchl zu fahren, taugt nicht jedem. Dort geht es am Samstag schon in der Früh zu wie bei der Talstation einer angesagten Skipiste. Als ob sie dafür bezahlt würden, pilgern Gebückte und Enduristen, Biker und Hatzer aus Wien und Umgebung die Straße hinauf zu dem alten Wirtshaus, dem Alpengasthof Kalte Kuchl.

Die gute Hütte blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit dem 11. Jahrhundert werden in der Kalten Kuchl, auf der Passhöhe in den Gutensteiner Alpen, Menschen verköstigt. Damals waren es herumziehende Handwerker und keine Wochenend-Racer. Der Alpengasthof ist seit vier Generationen im Familienbesitz und bemüht sich im Winter um Skifahrer, im Sommer um Familien und Wallfahrer. Die Motorradln kommen eh von selbst, noch bevor der Schnee zur Gänze weg ist.

"Reitwagen"-Restaurantkritik

Wirklich berühmt wurde die Kalte Kuchl durch das Motorradmagazin "Der Reitwagen". Die Reitwagler haben den Topfenstrudel im Alpengasthof erst richtig institutionalisiert. Er gehört zu einer Ausfahrt wie der Spruch übers eingegangene Leder zum Frühjahr.

"Einen Wirt als Halbzeit-Lager einer Motorradlrunde braucht man", sieht Alex ein, "aber es muss ja mehr Hütten geben, bei denen man stehen bleiben kann." Außerdem will er sich so gar nicht mit einem Topfenstrudel abgeben. Der begnadete Hobbykoch isst lieber gut als das, was man eben einschneiden muss, weil es alle essen. "Wir haben tausende Wirtshäuser in Österreich. Ein ganzer Haufen davon ist gut, und ein paar davon müssen ja auch an interessanten Straßen liegen", vermutet er. Obwohl: "Für ein gutes Essen fahr ich von mir aus auch einmal 20 Kilometer am Bandl, wenn es sein muss."

Bikers Welcome

Wie steht es um die Lokale, die mit "Bikers Welcome"-Schildern um Gäste buhlen? Darf man nur dort rein? Oder muss man es meiden, wenn man nicht gleich mit jedem anderen Lord Helmchen gut Freund sein will? Wie man eben auch im Urlaub in kein Lokal geht, das groß mit seinem Touristen-Menü wirbt, wenn man dort essen will, wo die Einheimischen gerne hingehen.

Darf man mit dem Helm auch zu Wirten mit Haube? Schon klar, nicht jeder mag sich die Stoffserviette ins keratinverzierte Leder stopfen. Wenn es aber doch ein bisserl gehobener sein darf, kann man sich den Firmungsanzug ja ins Topcase oder einen Rucksack stopfen. Ist er ordentlich zerknittert, lenkt er wenigstens von den Fliegen zwischen den Zähnen ab, die man sich bei der Anreise eingefangen hat.

Bitte helfen Sie uns!

Jetzt haben der Alex und ich beschlossen, uns von Ihnen helfen zu lassen. Verraten Sie uns, wo wir heuer den Bock abstellen müssen, um gut futtern zu können. Über welche Straße kommt man am kurzweiligsten hin, und was empfehlen Sie uns, dort zu bestellen? Sagen wir dem Topfinger den Kampf an, läuten die Renaissance des Leberkäse ein, huldigen dem Saibling und patzen mit dem Gazpacho!

Posten Sie einfach möglichst genaue Angaben in unser Forum, um später eine feine, kleine interaktive Gusto-Karte mit Einkehrtipps anlegen zu können. (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 11.3.2013)

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    Eindeutiger Hinweisgeber vor einem Restaurant: Doch was erwartet dort den Biker/die Bikerin von Welt? Wir bitten um sachdienliche Hinweise.

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    Manch Motorradfahrer ist ja bekanntlich ein harter Hund. Etwas Komfort ist während der Rast aber auch gern gesehen. Wo wird an die Bedürfnisse der notorisch Behelmten gedacht? Schreiben Sie uns.

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    Und es sollte nicht nur Schnitzel geben. Aber auch.

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