Kenia: Odinga spricht von Betrug

7. März 2013, 14:14
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Regierungschef will manuelles Auszählen umgehend beenden

Nairobi - Drei Tage nach den Wahlen in Kenia wartet die Bevölkerung auch am Donnerstag weiter auf ein offizielles Endergebnis. Nachdem das elektronische Auszählsystem schon am Mittwoch versagt hatte, wurden die Stimmzettel am Donnerstag per Hand ausgewertet. Die Partei von Ministerpräsident Raila Odinga forderte die Wahlbehörde auf, das manuelle Auszählen umgehend zu beenden.

Kalonzo Musyoka aus dem Team Odingas sagte, es gebe Beweise, dass es bei dem Urnengang zu Betrügereien gekommen sei. "Die Ergebnisse, die wir bekommen haben, sind gefälscht worden", betonte Musyoka vor Journalisten und kündigte rechtliche Schritte an.

Gleichzeitig rief der Politiker die Bevölkerung zur Ruhe auf. "Dies ist kein Aufruf zu Massenprotesten", erklärte er. Nach der nun offiziellen Auswertung von 35 Prozent der Stimmen lag Vizepremier Uhuru Kenyatta mit rund 54 Prozent vorne. Odinga kam auf 41 Prozent.

Die ersten, noch inoffiziellen Resultate hatten bis zum Mittwoch rund 300.000 ungültige Stimmen aufgewiesen. Diese Zahl schrumpfte am Donnerstag plötzlich auf 38.000. Zuvor stritten die Beteiligten darüber, ob ungültige Wahlzettel zur Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen gerechnet werden sollen. Bei einer hohen Zahl ungültiger Stimmen hätte Kenyatta eventuell unter die 50-Prozent-Hürde rutschen können, die über einen Sieg im ersten Wahlgang entscheidet. (APA, 7.3.2013)

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