Kenia: Technik-Probleme verzögern Stimmenauszählung

6. März 2013, 14:00
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Stimmzettel werden nach Nairobi gebracht - Vorläufiges Endergebnis noch für Mittwoch erwartet

Nairobi - Technische Pannen haben am Mittwoch die weitere Auszählung der Präsidenten- und Parlamentswahl in Kenia verzögert. Statt einer Auswertung der Stimmen in den verschiedenen Wahlbezirken beschloss die nationale Wahlkommission für verschiedene Regionen den Transport der Stimmzettel in die Hauptstadt Nairobi.

Ein vorläufiges amtliches Endergebnis wurde noch für den Mittwoch erwartet. Sollte ein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommen, würde sich die ansonsten vorgeschriebene Stichwahl für das Präsidentenamt im April erübrigen.

Sieg Kenyattas zeichnet sich ab

Nach der Auswertung von etwas mehr als 40 Prozent der Stimmen zeichnete sich ein Sieg des umstrittenen Politiker Uhuru Kenyattas ab: Der Vize-Premier und Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta würde demnach auf 53 Prozent der Stimmen kommen, sein schärfster Kontrahent, Regierungschef Raila Odinga, bekäme nur 42 Prozent. Vor der Abstimmung hatten Experten mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen gerechnet.

Kenyatta vom IStGH angeklagt

Der kenianische Präsidentschaftskandidat Uhuru Kenyatta hat der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien vorgeworfen, sich in die Wahlen in dem ostafrikanischen Land einzumischen. Die "Jubilee"-Koalition des umstrittenen Politikers warf am Mittwoch dem britischen Hochkommissar in Kenia, Christian Turner, eine "undurchsichtige, verdächtige und ziemlich lebhafte Einmischung" in die Abstimmung vor.

Die Partei beschuldigte Turner, die Wahlkommission beeinflussen zu wollen und diese zu drängen, rund 300.000 ungültige Stimmzettel in die Gesamtzahl der ausgewerteten Wahlzettel miteinzubeziehen. Dies würde es dem in Führung liegenden Kenyatta erschweren, im ersten Wahlgang die 50-Prozent-Hürde zu knacken.

Ein möglicher Erfolg Kenyattas wird international kritisch gesehen, da der reiche Politiker vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH/ICC) in Den Haag angeklagt ist. Er soll nach den Wahlen 2007 einer der Drahtzieher der schweren Gewaltausbrüche mit 1.200 Toten und vielen Vertriebenen gewesen sein. (APA, 6.3.2013)

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