Lawinenabgänge in Österreich: Drei Tote

5. März 2013, 17:44
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In Obertauern und in Scheffau kam jeweils ein Alpinist ums Leben, ein Mann starb im Tiroler Zillertal

Obertauern/Scheffau - Bei Lawinenabgängen in Obertauern und in Scheffau im Bundesland Salzburg sind am Dienstag zu Mittag laut Informationen der Bergrettung zwei Tourengeher ums Leben gekommen. Ein Ehepaar aus Tirol war in Obertauern (Pongau) von der Felseralm in Richtung "Glöcknerin" unterwegs und hatte dabei eine Lawine ausgelöst. Beide wurden mitgerissen. Der Ehemann sei gegen einen Baum geprallt und habe tödliche Verletzungen erlitten, schilderte der Einsatzleiter der Bergrettung Obertauern Christian Binggl.

Die Ehefrau des Tirolers sei nicht verschüttet worden und unverletzt geblieben, sie habe aber einen Schock erlitten, sagte Binggl. Die eingewehte Rinne, in der sich die rund 150 Meter breite und 300 Meter lange Lawine gelöst habe, sei über 35 Grad steil gewesen. Die Tourengeherin hatte die Einsatzkräfte alarmiert. An der Bergung beteiligten sich zwölf Bergretter aus Obertauern, ein Alpinpolizist, Rot-Kreuz-Helfer, ein Notarzt und zwei Hubschrauber.

Vier Tourengeher gruben Verschüttete aus

In Scheffau ist laut Bergrettung und Polizei ebenfalls ein Tourengeher bei dem Lawinenabgang ums Leben gekommen, ein zweiter wurde mit Verletzungen von einem Rettungshubschrauber gerettet. Die zwei Alpinisten sollen sich ersten Informationen zufolge in einer steileren, eingewehten Nordrinne des Hagengebirges, in der sogenannten "Wiesabfahrt" des Scheiblingkogels, auf rund 1.800 Meter befunden haben, als sich die Lawine löste.

"Beide Tourengeher dürften verschüttet gewesen sein", sagte die Sprecherin der Salzburger Bergrettung, Maria Riedler. "Vier Tourengeher sind dazugekommen und haben sie ausgegraben." Bergretter aus Golling beteiligten sich an der Bergung der Tourengeher. 

Lawinenabgang in Tirol

Bei einem Lawinenabgang am Hohen Riffler ist ein deutscher Urlauber ums Leben gekommen. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Der Einsatz war "grenzwertig", schilderte ein Bergretter. Der extreme Föhnsturm habe einen Hubschraubereinsatz unmöglich gemacht. Zudem bildeten sich innerhalb kurzer Zeit immer neue Schneeverfrachtungen.

Diese dürften den beiden Wintersportler auch zum Verhängnis geworden sein. Die Deutschen waren bei guten Bedingungen am Vormittag auf den Hohen Riffler aufgestiegen. Innerhalb von zwei bis drei Stunden habe der Föhnsturm aber zu einer extremen Verschlechterung der Situation geführt, erklärte der Bergretter.

Mann wurde tot geborgen

Der Lawinenabgang ereignete sich kurz vor 13.00 Uhr. Die beiden Tourengeher lösten die Lawine bei der Abfahrt rund 200 Meter unterhalb des Gipfels beim sogenannten Schwarzenbrunner Kees aus. Der Begleiter des Verschütteten alarmierte sofort die Einsatzkräfte.

Wegen des starken Windes war ein Hubschrauberflug zur Unfallstelle nicht möglich. Daher mussten die Retter zunächst mit einem Lift und dann mit Pistengeräten zur Unfallstelle gelangen. Der Notarzt konnte aber nur mehr den Tod des Verunglückten feststellen. Im Einsatz standen rund 20 Mann der Bergrettung Tux und Mayrhofen sowie die Alpinpolizei und Mitarbeiter der Gletscherbahnen. (APA, 5.3.2013)

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