Amerikas Köpfe für Energie und Umwelt

5. März 2013, 10:51
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Barack Obama kürt den Physiker und Fracking-Befürworter Ernest Moniz zum Energieminister, der Umweltschutzbehörde EPA soll Gina McCarthy vorstehen

Washington - US-Präsident Barack Obama kürt den Physiker Ernest Moniz zu seinem neuen Energieminister. Der  Professor leitet am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) das Forschungsprogramm  im Energiebereich. In den 90er Jahren arbeitete er in der Regierung des damaligen Präsidenten Bill Clinton. Der Sohn von Einwanderern aus den Azoren folgt auf Physik-Nobelpreisträger Steven Chu, der Anfang Februar seinen Rückzug aus Obamas Kabinett angekündigt hatte. Moniz' Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden.

Moniz gilt als Verfechter eines offenen Energiemix: Nach seinen Vorstellungen sollen alle möglichen Quellen zur Energiegewinnung genutzt werden. Zum Leidwesen von Umweltverbänden lehnt Moniz nicht nur den Ausstieg aus der Atomkraft vehement ab, weil die Reduktion der Treibhausgase ohne diese Energiequelle nicht erreicht werden könne. Er gilt auch als ausgesprochener Befürworter des "Fracking"  und betrachtet Erdgas, das in den USA zu einem wesentlichen Teil mit diesem Verfahren gewonnen wird, als Brücke zur künftigen kohlenstofffreien Energiegewinnung.

Kritiker orten zu wenig Distanz

Moniz leitete am MIT die sogenannte Energie-Initiative, ein interdisziplinäres Programm das Forschung, Unterricht, Analysen und auch die Schaffung eines "grüneren" Campus umfasste. Von Umweltschutzgruppen wird die Initiative deswegen heftig kritisiert, weil das Projekt von der Energiebranche mit namhaften Beträgen unterstützt wird. Moniz wird gerne vorgeworfen, er habe die kritische Distanz zu den Energieunternehmen verloren. In der Washingtoner Administration sammelte der Atomphysiker Erfahrung, als er unter Präsident Clinton von 1995 bis 2001 verschiedene Ämter bekleidete, zuletzt jenes des Untersekretärs für Energie im gleichen Ministerium, das er nun als Chef übernehmen soll.

Der  Umweltschutzbehörde EPA soll Gina McCarthy vorstehen. Derzeit leitet McCarthy bei der EPA die Abteilung, die unter anderem für die Regulierung des Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich ist. Sie folgt auf Lisa Jackson, die in den vergangenen vier Jahren an der Spitze der Behörde gestanden war. McCarthy hat eine lange Karriere im öffentlichen Dienst hinter sich. Als Beraterin in Umweltfragen für fünf Gouverneure von Massachusetts, unter ihnen auch Mitt Romney, und als Leiterin der Umweltbehörde in  Connecticut schuf sie sich einen Namen als hemdsärmelige Person, die Kompromisse zwischen Umweltanliegen und wirtschaftlichen Anforderungen eingehen kann.

Die Behörde gilt als Schlüsselstelle für Obamas Bemühungen für den Klimaschutz, besonders dann, wenn sich der Kongress gegen neue gesetzgeberische Initiativen sperren sollte. Die EPA kann auf Basis bestehender Gesetze über die Reinhaltung der Luft oder des Wassers Verordnungen erlassen, die beispielsweise die Förderung und Produktion von Energie direkt beeinflussen. Sie war auch federführend bei der Festlegung von Emissionsgrenzen für Motorfahrzeuge und Kraftwerke. (Reuters/red, derStandard.at, 5.3.2013)

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    Ernest Moniz und Gina McCarthy (im Bild links)

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