Europas Leitbörsen schließen im Minus

1. März 2013, 18:56
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Frankfurt am Main - Überraschend gute US-Konjunkturdaten haben am Freitag die Vormittagsverluste an den europäischen Aktienmärkten eingedämmt. Der Euro-Stoxx-50 schloss um 16,80 Einheiten oder 0,64 Prozent tiefer bei 2.616,75 Zähler.

Europas Börsen haben belastet durch die gescheiterten Budgetverhandlungen in den USA im Minus eröffnet, auch die einzelnen Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone fielen eher schwach aus. Die Wirtschaftsstimmung des Verarbeitenden Gewerbes im Euroraum stagniert auf niedrigem Niveau. Der Einkaufsmanagerindex hielt sich im Februar unverändert gegenüber dem Vormonat bei 47,9 Punkten. Für Enttäuschung sorgten insbesondere die Daten aus Italien, wo der Index im Februar auf 45,8 nach 47,8 Punkten im Vormonat gesunken war.

Die leichte Erholung haben am Nachmittag besser als erwartete US-Konjunkturdaten eingeläutet. Das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima hellte sich im Februar überraschend auf und der Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg entgegen den Erwartungen. Vor dem Hintergrund des ungelösten Haushaltsstreites sei die verbesserte Stimmung in der Industrie äußert positiv, sagte ein Börsianer.

Das Leiden der Großbanken

Branchenseitig lagen die als defensiv geltenden Konsumgüter- und Nahrungsmittelhersteller voran. Die europäischen Großbanken hingegen litten den ganzen Tag über. Deutsche Bank markierten nach einem negativen Analystenkommentar der US-Investmentbank Goldman Sachs mit minus 4,33 Prozent das Schlusslicht im Euro-Stoxx-50. Auch ING (minus 2,39 Prozent), Societe Generale (minus 2,58 Prozent) und UniCredit (minus 1,90 Prozent) waren deutlich im Minus.

Deutlich nach unten ist es zum Wochenausklang für die Aktien des belgischen Telekom-Konzerns Belgacom gegangen. Das Unternehmen verfehlte mit seinem Ausblick für 2013 die Markterwartungen. Die Papiere verloren um 5,60 Prozent auf 20,21 Euro.

Die Kartellbehörden nehmen die Stahlbranche erneut ins Visier. Das deutsche Kartellamt hat den oberösterreichischen Stahlkonzern voestalpine im Verdacht, an illegalen Absprachen über Stahllieferungen an die deutsche Autoindustrie beteiligt gewesen zu sein. Auch die Geschäftsräume des deutschen Stahlriesen ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg wurden von den Kartellwächtern unter die Lupe genommen. Branchenführer ArcelorMittal geriet ebenfalls ins Visier der Wettbewerbshüter. An den Aktienmärkten zeigten sich voestalpine (minus 2,17 Prozent), ThyssenKrupp (minus 2,95 Prozent) und ArcelorMittal (minus 2,39 Prozent) einheitlich schwächer. (APA, 1.3.2013)

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