Was sind die Probleme unserer Jugend?

28. Februar 2013, 13:51
5 Postings

Derzeit gibt es in Österreich kaum Daten darüber, wie viele Kinder und Jugendliche von psychischen Erkrankungen betroffen sind

Psychische Erkrankungen bei Kindern: Große Studie angekündigt

Wien - Psychiatrische Erkrankungen beginnen oft in der Kindheit. Über Entstehung und Verlauf dieser Störungen gibt es in Österreich laut Experten nur mangelhafte Daten. Die Studie "Mental Health in Austrian Teenagers (MHAT)" soll das ändern.

Das Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research (LBI HPR) und die Universitätsklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien (KJP) wollen mit dieser Erhebung eine wissenschaftliche Grundlage zur Entwicklung von Vorsorgemaßnahmen für psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen schaffen. Daraus gewonnene Erkenntnisse könnten auch verhindern, dass die Probleme chronisch werden.

Das Wissen über die Häufigkeit von Erkrankungen wie Essstörungen, Depressionen und Angsterkrankungen sowie über deren Ursachen und Verlauf sei Voraussetzung für Vorsorgemaßnahmen. Für Österreich liegen aber bei Kindern und Jugendlichen bisher keine repräsentativen Daten vor, die auf Erhebungsmethoden beruhen, die eine zuverlässige Diagnose erlauben, meinen die Experten.

Fragebögen und Interviewe

Die Studie unter der Leitung von Wolfgang Dür (LBI HPR) und Andreas Karwautz (KJP) wird aus den Mitteln "Gemeinsame Gesundheitsziele aus dem Rahmen-Pharmavertrag" gefördert. Kinder und Jugendliche sowie ein Elternteil sollen mittels Fragebögen und Interviews angesprochen werden.

"Das Projekt ist für die nächsten zwei Jahre geplant. Mehr als 4.000 Kinder und Jugendliche in ganz Österreich werden repräsentativ ausgewählt", sagte Karin Waldherr, stv. LBI HPR-Institutsleiterin. Die Befragten werden über Schulen zufällig ausgewählt, Jugendliche, die sich nicht mehr im Bildungssystem befinden, sollen über Beratungsstellen und das AMS erreicht werden. "Es geht darum, einmal generell zu schauen: Wie geht es ihnen, was sind ihre Probleme?", meinte Waldherr. "Derzeit gibt es beispielsweise überhaupt keine verlässlichen Daten, wie viele Kinder und Jugendliche tatsächlich von Essstörungen betroffen sind." (APA, 28.2.2013)

Share if you care.