Vorarlbergerinnen verdienen am wenigsten

27. Februar 2013, 19:05
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Gleiche Bezahlung ist für die Vorarlbergerinnen nicht so wichtig, drei Viertel ist mit dem Einkommen zufrieden

Bregenz - 30 Gleichstellungsindikatoren, die jährlich aktualisiert werden, sollen der Politik dabei helfen, Maßnahmen zur Chancengleichheit von Frauen und Männern zu entwickeln. Betrachte man die Situation der Frauen in Vorarlberg, lasse sich ein Trend nach oben feststellen, sagt Landesrätin Greti Schmid (VP) und spricht von "wesentlichen Fortschritten". Etwa beim Ausbau der Kinderbetreuung oder Steigerung der Erwerbstätigenquote, die mittlerweile knapp über dem Österreichdurchschnitt (66,5 Prozent) liege.

Nichts geändert hat sich an der tristen Einkommenssituation der Vorarlbergerin: Frauen verdienen 52,5 Prozent weniger als Männer, bei Vollzeitbeschäftigten beträgt die Differenz 31,8 Prozent. "Skandalös" nennt Katharina Wiesflecker (Grüne) "diese österreichweit größten Unterschiede".

Die Hälfte der Frauen arbeitet Teilzeit, ein Viertel davon ist geringfügig beschäftigt, der Großteil in "Frauenberufen". Wiesflecker: " Anscheinend geht man immer noch vom Zuverdienermodell aus." Die Landtagsabgeordnete fordert das Land auf, im eigenen Bereich die Löhne anzupassen, beispielsweise in Kindergärten, Volksschulen, in der Pflege.

Halbe-halbe nur im Garten

Landesrätin Schmid rät den Frauen, gleiche Bezahlung einzufordern. Glaubt man einer vom Land in Auftrag gegebenen Umfrage zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf, hält das die Mehrheit der Frauen nicht für notwendig: 72 Prozent sind mit der Arbeitssituation zufrieden, knapp drei Viertel auch mit dem Einkommen.

Weniger begeistert sind die Frauen von der Aufteilung der Familienarbeit, zwei Drittel sind unzufrieden. Halbe-halbe gibt es nur bei der Gartenarbeit und Müllentsorgung. Männerkarenz kennt man in Vorarlberg kaum. Befragt nach besseren Voraussetzungen für die Berufstätigkeit, wünscht sich die Hälfte mehr Verständnis von der Familie, aber nur zwölf Prozent hätten gerne bessere Kinderbetreuungsangebote. (jub, DER STANDARD; 28.2.2013)

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    Halbe-halbe gibt es nur bei der Gartenarbeit- ob da Grilleln wohl dazu zählt?

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