Slowakei nimmt Lasagne aus Handel

22. Februar 2013, 18:38
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Österreich: Minister Alois Stöger will höhere Strafen

Bratislava/Warschau/Wien - Der Pferdefleischskandal bringt jetzt auch die Lebensmittelbehörden in Osteuropa zum Handeln. In der Slowakei haben zahlreiche Geschäfte eine Tiefkühllasagne der Marke Nowako aus den Regalen genommen. In dem Produkt hatten tschechische Kontrollore davor Pferde-DNA gefunden.

Kein Ergebnis in Polen

In Polen, woher laut Vermutungen in Irland mit Ross versetztes Hamburgerfleisch gekommen sein soll, brachten Untersuchungen in Schlachtbetrieben bisher kein Ergebnis: "Alles deutet darauf hin, dass das Fleisch, das aus Polen geliefert wurde, Rindfleisch war", bekräftigte Jaroslaw Naze, Vizechef der Veterinäraufsicht: Wo es zur Fälschung von Produkt oder Lieferpapieren gekommen ist, sei weiter unklar.

In Polen werden alljährlich rund 40.000 Pferde geschlachtet, das Fleisch wird fast ausschließlich exportiert und kaum in Polen selbst konsumiert. Tierschützer prangern seit Jahren die miserablen Transportbedingungen lebender Pferde vor allem in italienischen Schlachthöfen an. Wegen Stress, Erschöpfung und Enge würden viele der Tiere schon auf dem Weg verenden.

243 Fleischproben in Österreich gezogen

In Österreich wurden seit Beginn der Affäre insgesamt 243 amtliche Fleischproben gezogen. 100 davon wurden laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) bereits untersucht. Nicht deklariertes Pferdefleisch wurde wie berichtet bisher in Tortelloni, Kärntner Wurstprodukten und einem Kebap-Spieß gefunden.

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) kündigte an, die Strafen für falsche Lebensmittelkennzeichnung von bisher 20.000 auf 50.000 Euro erhöhen zu wollen, die Mindeststrafe im Wiederholungsfall auf 5000 Euro. Die Grünen forderten ein neues Gütesiegel-Gesetz - für ÖVP-Konsumentenschützerin Gabriele Tamandl "eine Nebelgranate". (red, DER STANDARD, 23./24.2.2013)

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