Nur noch "FAZ" im Rennen um "Frankfurter Rundschau"

22. Februar 2013, 13:53
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Gläubiger lehnen Angebot des türkischen Verlegers Burak Akbay ab - "FAT" würde aber nur 28 Mitarbeiter übernehmen

Frankfurt - Im Bieter-Wettstreit um die insolvente "Frankfurter Rundschau" ist der türkische Verleger Burak Akbay aus dem Rennen. Einziger verbleibender Interessent ist somit die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ), wie aus einem Rundschreiben der Insolvenzverwaltung an die Mitarbeiter der Traditionszeitung hervorgeht. Die Gläubiger seien gegen ein Angebot von Akbays Unternehmen Estetik.

"Das zuletzt von Estetik vorgelegte Angebot ist vom Gläubigerausschuss als nicht ausreichend abgelehnt worden", heißt es in dem am Freitag verschickten Schreiben. "Daraus folgt die Stilllegung des Druckzentrums."

"FAZ" würde nur 28 Mitabeiter übernehmen

Für die "FR" würde eine Übernahme durch die konkurrierende "FAZ" zwar eine Perspektive als Zeitung versprechen, für die weitaus meisten der betroffenen 450 Mitarbeiter in Redaktion und verlagsinterner Druckerei allerdings das Aus. Denn die "FAZ" würde nur 28 Mitarbeiter aus der Redaktion übernehmen, an der Druckerei hat sie kein Interesse. Bis Ende Februar muss eine Entscheidung fallen.

Kaufpreis deutlich zu niedrig

Nach Überzeugung der Gläubiger ist das Konzept Akbays nicht tragfähig genug. Außerdem sei der Kaufpreis deutlich zu niedrig, die angebotenen Sicherheiten für die Zahlung zudem nicht ausreichend. Der Sprecher der Insolvenzverwaltung, Ingo Schorlemmer, schloss aus, dass es ein weiteres Angebot Akbays geben werde. "Die Gläubiger würden sich auch mit einem eventuellen neuen Angebot gar nicht beschäftigen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

"FAZ"-Angebot wird derzeit geprüft

Derzeit prüft das Bundeskartellamt das "FAZ"-Angebot. "Lehnt das Kartellamt eine Übernahme ab, bin ich gezwungen, die Verlagstätigkeit zum Ende des Monats Februar einzustellen", teilte Insolvenzverwalter Frank Schmitt den "FR"-Mitarbeitern in dem Rundschreiben mit. "Für den Monat März verbliebe dann nur noch der Druckauftrag des "Handelsblatts"."

Die "Frankfurter Rundschau" hatte im November angesichts hoher Verluste Insolvenz angemeldet. Hauptgesellschafter sind die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding ddvg. (APA, 22.2.2013)

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