Sieben Tote bei Protesten im Jemen

21. Februar 2013, 14:48
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Separatistenbewegung klagt an - 57 Verletzte - Anlass für Protestaktionen war erster Jahrestag der Präsidentenwahl

Sanaa - Bei einer Protestkundgebung von Separatisten in der jemenitischen Stadt Aden sind sieben Demonstranten ums Leben gekommen. Das berichtete das jemenitische Nachrichtenportal "Barakish" am Donnerstag. Eine zweite Demonstration fand zur gleichen Zeit im Stadtteil Kraiter statt. 57 Zivilisten erlitten den Angaben zufolge Verletzungen.

Die Demonstranten der südlichen Unabhängigkeitsbewegung hatten versucht, auf den Paradeplatz der Stadt zu marschieren, auf dem Einsatzkräfte der Polizei und der Armee in gepanzerten Fahrzeugen warteten. Daraufhin eröffnete die Polizei das Feuer. Einige Augenzeugen berichteten, auch mehrere Männer in Zivil hätten sich an den Angriffen auf die Demonstranten beteiligt. Es seien Anhänger der Al-Islah-Partei gewesen, die ideologisch zur Bewegung der Muslimbrüder gehört.

Teilung gefordert

Anlass für die Protestaktionen war der erste Jahrestag der Präsidentenwahl. Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi war am 21. Februar bei einer Wahl ohne Gegenkandidaten zum Nachfolger von Langzeitpräsident Ali Abdullah Salih gewählt worden.

Die Unabhängigkeitsbewegung fordert eine Teilung des Landes. Viele Menschen im Süden fühlen sich seit der Wiedervereinigung der beiden Landesteile im Jahr 1990 von der Regierung benachteiligt. Der Süd-Jemen war früher sozialistisch, der Norden islamisch-konservativ. (APA, 21.2.2013)

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