UNO trotzt Gefahr aus dem All

20. Februar 2013, 18:44
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Nach Meteoritenschauer wird auf Warnnetzwerke gesetzt: Es gilt, Erdnahe Objekte "so früh als möglich zu finden"

Wien - Die Detektoren von rund 17 Infraschall-Stationen der UNO-Behörde zur Überwachung des Atomwaffenteststopp-Abkommens (CTBTO) zeichneten letzten Freitag den Meteoritenschauer in Russland auf. Die für das menschliche Ohr unhörbaren Schallwellen waren laut CTBTO die größten, die jemals von ihrem System aufgefangen wurden.

Um in Zukunft besser mit solchen Situationen umgehen zu können, präsentierte das Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA) am Mittwoch in Wien Vorschläge für einen gemeinsamen Umgang mit Erdnahen Objekten. Dabei schlugen die Experten der UNO ein internationales Asteroiden-Warnnetzwerk sowie zwei beratende Arbeitsgruppen vor. Ziel sei es, diese Objekte "so früh als möglich zu finden", um in der "maximalen Zeit reagieren" zu können, erklärt Lindley Johnson, Experte für Erdnahe Objekte der NASA.

Durch die frühe Sichtung und internationale Vernetzung könnte bestes Krisenmanagement betrieben werden und Einschlagorte rechtzeitig evakuiert werden. Die beiden beratenden Gruppen sollen ein Set von verschiedenen Handlungsszenarien für annahende Meteoriten ausarbeiten, aus dem später ausgewählt werden kann. Außerdem sollen sie Ableitungen aus früheren Katastrophen ziehen und Forschung betreiben.

Momentan schließen die Experten eine reale Bedrohung aus dem All allerdings aus. Erst Meteoriten ab einem Durchmesser von einem Kilometer würden schlimmere Auswirkungen haben. Objekte dieser Größe seien aber nicht bekannt und würden in den nächsten hundert Jahren wohl nicht in die Erdatmosphäre treten, sagt der NASA-Experte. Sollte dies trotzdem passieren, gebe es mehrere Wege, einen Zusammenstoß zu verhindern. Der letzte Ausweg wäre, das Objekt mittels nuklearer Waffen zu sprengen. Tests gebe es dazu jedoch keine, schließlich könne man nicht einfach beginnen "Bomben in der Atmosphäre zu zünden", so Johnson.

In Russland hätte ein eheres Erkennen des Meteoriten vor allem bessere Information der Bevölkerung bedeutet. "Wenn man einen großen Feuerball am Himmel sieht, sollte man nicht am Fenster stehen und ihn beobachten - bei einem Tsunami geht man auch nicht nach Muscheln fischen", meint Johnson dazu. (ook/DER STANDARD, 21. 2. 2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Reste des am Freitag zerborstenen Meteoriten werden im Labor untersucht.

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