Arbeitszeitverlängerung: Lehrer kündigen Widerstand und Protestmaßnahmen an

20. Februar 2013, 11:52
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Plan der Regierung sieht vor, dass Lehrer 24 Stunden pro Woche unterrichten - Unabhängige Gewerkschaft dagegen

Wien - Die künftige Arbeitszeit ist aus Sicht der Unabhängigen Lehrergewerkschafter (ÖLI-UG) die zentrale Frage bei einer Reform des Dienstrechts. Der Plan der Regierung sieht vor, dass künftig alle Lehrer verpflichtend 24 Stunden pro Woche (statt derzeit 20 bis 22 Stunden) unterrichten sollen. Die Arbeitszeiterhöhung unter Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP; von 1995 bis 2006) und viele neue Aufgaben für Lehrer hätten aber schon jetzt "viele KollegInnen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit geführt", warnt Reinhart Sellner von den ÖLI-UG gegenüber der APA. Folge dieser Überlastung sei, dass Lehrer ihre Arbeit auf Teilzeitstellen reduzieren und Überlastungskrankenstände zunehmen.

Für den Fall, dass die Regierung in der Frage der Arbeitszeit über die Lehrervertreter "drüberfahren" sollte, kündigt Sellner Widerstand der Lehrer an. "Dann wird es überfraktionell und getragen von den KollegInnen an den Schulen GÖD- und ÖGB-Widerstand gegen die Arbeitszeiterhöhung geben, ähnlich wie 2009." Damals wollte Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die Unterrichtsverpflichtung für Lehrer um zwei Stunden erhöhen, scheiterte damit aber am Widerstand der Gewerkschaft.

Arbeitssituation soll verbessert werden

Die ÖLI-UG fordern, dass im Zuge einer Dienstrechtsreform die Lehrverpflichtung nicht erhöht und gleichzeitig die Arbeitssituation für Lehrer verbessert wird, indem diese ausreichend Zeit für Unterricht, für Individualisierung und Projektorientierung bekommen. Beim Gehalt verlangen sie eine Anhebung der Einstiegsbezüge bei unverminderter Lebensverdienstsumme, wobei bei Quereinsteigern alle bisherige Arbeitszeiten anerkannt werden müssten. Das Dienstverhältnis müsse auch künftig ein "öffentlich-rechtliches" sein und Schutz vor parteipolitischem Druck bieten.

Master-Ausbildung für alle Lehrer

Außerdem aus Sicht der Unabhängigen nötig: Eine Master-Ausbildung für alle Lehrer; derzeit können Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt-, Neue Mittel-, Sonder-, Berufs- und Polytechnische Schulen) mit Bachelorabschluss unterrichten, Lehrer an AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) mit Magister. Außerdem verlangen sie die Stärkung der Eigenständigkeit von Schulen und mehr demokratische Mitbestimmung und Personalvertretungsrechte am Standort. (APA, 20.2.2013)

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