Caritas: Saisonarbeit für Asylwerber "Hüftschuss der Innenministerin"

17. Februar 2013, 17:16
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Vorschlag von Mikl-Leitner zur Arbeitssuche von Asylwerbern ernsthaft besprechen

Wien - Als einen "Hüftschuss" bezeichnet Caritas-Chef Franz Küberl einen Vorstoß von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Sie hatte im Standard-Interview gefordert, dass Asylwerber verstärkt als Erntehelfer und Hilfskräfte im Tourismus vermittelt würden.

Wenn das ernsthaft angedacht werden soll, dann müssten entsprechende Voraussetzung geschaffen werden, sagte Küberl. Dazu müssten sich die betroffenen Ministerien gemeinsam mit NGOs unterhalten.

Keine Unterkunft mehr

"Wir haben kein Problem damit, wenn Asylwerber vermehrt Saisonjobs annehmen", heißt es aus dem Sozialministerium. Der Sprecher von Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) betonte, dieser stehe für Gespräche zur Verfügung. Es gebe jedoch ein anderes Problem: Wenn Asylwerber saisonale Jobs annehmen, kriegen sie keine Grundversorgung und Unterkunft mehr. Eine Rück-Eingliederung könnte nach dem Ende der Saisonarbeit schwierig sein. Ähnliche Bedenken hat auch die Organisation SOS Mitmensch. "Sobald Asylwerber kurzfristig mehr als 100 Euro verdienen, fliegen sie aus der Grundversorgung heraus und stehen ohne jegliches soziales Sicherheitsnetz da", gibt Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak zu bedenken.

Es gebe keine Garantie, dass sie nach Beendigung der temporären Arbeit wieder in die Grundversorgung hineinkommen. "Wer will das für sich als Einzelperson oder gar für eine ganze Familie, die es zu versorgen gilt, riskieren?", fragt Pollak. (nik, DER STANDARD, 18.2.2013)

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