Polen nimmt 227 Mio. Euro für LTE-Mobilfunkfrequenzen ein

15. Februar 2013, 12:51
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Unternehmen P4 und PTC gewannen Ausschreibung - 50 Prozent der Basisstationen sollen außerhalb der Großstädte entstehen

Polen wird durch die Versteigerung von fünf Mobilfunk-Lizenzen im 1800 Megahertz-Frequenzband 941 Mio. Zloty (227 Mio. Euro) einnehmen. Das geht aus einer Aussendung der Telekommunikationsbehörde UKE (Urzad Komunikacji Elektronicznej) hervor. Die versteigerten Frequenzen sind für den Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) vorgesehen.

Orange" ging ebenso leer aus wie Polkomtel

Nur zwei der großen Mobilfunkanbieter kamen bei der Versteigerung zum Zug. Drei der fünf Lizenzen gingen an die Gesellschaft P4, kontrolliert vom griechischen Geschäftsmann Panos Germanos, die das Netz "Play" betreibt. Die beiden anderen Frequenzen sicherte sich die zur deutschen Telekom gehörende PTC, Betreiber von "T-Mobile". P4 wird laut der UKE-Aussendung 498 Mio. Zloty (120 Mio. Euro) bezahlen, PTC 452 Mio. Zloty. Die zur France Telecom gehörende Centertel mit dem Netz "Orange" ging ebenso leer aus wie Polkomtel (Netz "Plus"), das seit 2011 zu 100 Prozent dem polnischen Geschäftsmann Zygmunt Solorz gehört. Die unterlegenen Firmen möchten nun mit den Inhabern der Frequenzen verhandeln. "Wir schließen eine Zusammenarbeit mit Play nicht aus", erklärte Orange-Sprecher Wojciech Jabczynski gegenüber der Zeitung "Puls Biznesu".

Die UKE-Vorsitzende Magdalena Gaj sagte bei einer Pressekonferenz, die Sieger hätten sich bereiterklärt, innerhalb von zwei Jahren insgesamt 3.200 Basisstationen zu errichten. Die Ausschreibung hatte ein Minimum von 1.800 Stationen verlangt. Mindestens die Hälfte der Sender werde auf dem Land oder in Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern montiert, so Gaj.

Speed

Die Solorz-Gruppe (Netz "Plus") bietet in Polen schon seit dem vergangenen Jahr als einzige den LTE-Standard an, sie hatte schon bei einer früheren Versteigerung Lizenzen im 1800 Mhz-Band erworben. Durch diesen Standard können Daten deutlich schneller befördert werden als beim Vorgänger UMTS - theoretisch und unter Idealbedingungen mit bis zu 300 Megabit pro Sekunde. In Österreich lief die kommerzielle Nutzung der Technologie 2010 an. (APA, 15.02. 2013)

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