Iran kritisierte westlichen Druck zum 34. Jahrestag der Revolution

10. Februar 2013, 12:35
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Gesamte Führungsriege zeigte demonstrativ Einigkeit - Innenpolitische Themen ausgeklammert

Teheran/Wien - Zum 34. Jahrestag der Islamischen Revolution zeigt die iranische Führungsriege demonstrativ Geschlossenheit. Nach den innenpolitischen Querelen der letzten Wochen, die am vergangenen Sonntag nach der Entlassung des Arbeitsministers bei Parlamentsdebatte zwischen Präsident Mahmoud Ahmadinejad und seinem Widersacher, Parlamentspräsident Ali Larijani, ihren Höhepunkt erreicht hatten, wollte man - wohl auf Druck des Obersten geistlichen Führers Ali Khameneis - Einigkeit demonstrieren.

Ahmadinejad, dessen zweite Amtszeit in vier Monaten endet, sprach bei seiner Rede am Freiheitsplatz in Teheran von der "großartigen iranischen Nation, die sich durch westliche Sanktionen und Einschüchterungsversuche" nicht beeindrucken lassen werde.

Durchhalteparolen

Auch der Chef der Justiz, Ayatollah Sadegh Larijani, und der zweitmächtigste Mann des Landes und Chef des Schlichtungsrates, Ali Akbar Hashemi-Rafsanjani, schlugen in dieselbe Kerbe. "Das Band zwischen der iranischen Bevölkerung und der Justiz und dem Islamischen System ist unglaublich stark und ewig", freute sich der Justizchef am Anblick von Hunderttausenden Menschen, die gekommen waren, um den Sieg der Islamischen Revolution zu feiern. "Die iranische Bevölkerung zeigt heute wieder einmal, dass sie dem Druck von außen und dem der Feinde keinerlei Beachtung schenkt", ergänzte Rafsanjani. Beide hochrangigen Politiker vermieden es, am Jahrestag über ihren politischen Erzrivalen Ahmadinejad und seine von ihnen in der Vergangenheit viel kritisierte Wirtschaftspolitik zu sprechen. Innenpolitische Themen wurden komplett ausgeklammert.

Der Präsident selbst rief die Perser zum Durchhalten auf. In Bezug auf direkte Verhandlungen im Atomstreit mit Washington rund um die umstrittene Urananreicherung des Iran schlug Ahmadinejad einen konzilianteren Ton als der mächtigste Mann im Iran, Ayatollah Seyed Ali Khamenei, ein. "Ihr (die USA, Anm.) richtet eure Waffe gegen uns und wollt gleichzeitig Direktverhandlungen. Das kommt natürlich nicht in Frage. Wenn ihr aber eure Waffe abnehmt, verhandle ich selbst mit euch", so Ahmadinejad.

Realpolitisch haben diese Worte kaum Gewicht. Denn Khamenei, der als oberster Geistlicher Führer des Landes die letzte Entscheidung in allen wichtigen politischen Belangen trifft, hatte bereits am Donnerstag klargestellt, dass für ihn Direktverhandlungen mit den USA nicht zur Debatte stünden.

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    Präsident Mahmoud Ahmadinejad sprach bei seiner Rede am 34. Jahrestag der Revolution von der "großartigen iranischen Nation, die sich durch westliche Sanktionen und Einschüchterungsversuche" nicht beeindrucken lassen werde.

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