Einstige Unterstützerin vergleicht Assange mit Sektenführer Hubbard

8. Februar 2013, 13:26
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Khan wirft Wikileaks "Verschleierung und Desinformation" vor

Eine der prominentesten früheren Unterstützerinnen des Wikileaks-Gründers Julian Assange, Jemima Khan, hat dem 41-Jährigen sektiererisches Verhalten vorgeworfen. Assange laufe Gefahr, "nur noch Jünger und unerschütterliche Hingabe" zu akzeptieren und "zu einer Art australischem L. Ron Hubbard zu werden", schrieb Khan am Mittwoch in Anspielung auf den Gründer der Scientology-Organisation.

"Wer nicht für uns ist, ist gegen uns"

Die von Assange gegründete Enthüllungs-Plattform Wikileaks betreibe inzwischen "dieselbe Vernebelungspolitik und Desinformation, die sie eigentlich aufdecken wollte", kritisierte Khan in einem Blog für das Magazin "New Statesman", dessen stellvertretende Chefredakteurin sie ist. Assange und seine Anhänger verträten die Devise, "wer nicht für uns ist, ist gegen uns". Seine Anhänger müssten Assange "folgen, ohne Fragen zu stellen, und eine sektenartige und blinde Hingabe zeigen".

Ein plötzliches Dasein als "Star" gebe den Betroffenen häufig das Gefühl, "über den Gesetzen und der Kritik" zu stehen, schrieb die Milliardärstochter Khan unter Bezug auf die Prominenz des Wikileaks-Gründer.

Assange hält sich seit Monaten in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, von wo aus er sich gegen eine Auslieferung nach Schweden wehrt. Dort wird ihm vorgeworfen, mit zwei Frauen ohne deren Einwilligung ungeschützten Sex gehabt zu haben. Assange bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet sie als politisch motiviert.

Furcht vor Auslieferung

Wikileaks hatte unter anderem durch die Veröffentlichung von geheimen US-Dokumenten zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie vertraulicher US-Diplomatendepeschen den Zorn Washingtons auf sich gezogen. Der 41-Jährige fürchtet, dass er von Schweden an die USA ausgeliefert werden könnte.

Khan gehörte zu einer Reihe von Prominenten, die eine Kaution für Assanges Freilassung aus britischer Haft gezahlt hatten. Dies habe sie nicht getan, damit er einem Gerichtsprozess in Schweden entgehe, betonte sie jetzt. Assange schade sich selbst und seinem Transparenz-Anliegen, wenn er seine Weigerung, nach Schweden zu gehen, "zu einer Menschenrechtsfrage" mache. (APA, 08.02. 2013)

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