Lohn: Fleischer speist Mitarbeiter mit Wurst ab

8. Februar 2013, 12:01
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Wenn am Lohnzettel statt Euro Wurst steht: Ein Weinviertler Fleischer konnte seine Mitarbeiter nicht mehr mit Geld bezahlen

In Lohn und Brot stehen hat für die MitarbeiterInnen eines Weinviertler Fleischereibetriebs ganz neue Bedeutung bekommen. Drei Monate lang haben sie keinen Lohn erhalten, dann zahlte der Chef – in Wurstwaren. Geld gab es keines. Davon berichtet die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) in einer Aussendung.

Das sei "klar illegal", so der Rechtsberater der AKNÖ, Kurt Zach. In Österreich darf Gehalt nur in Geld ausbezahlt werden, nicht in Naturalien. "Wenn ein Arbeitgeber das nicht kann, muss er eben Insolvenz anmelden."

Vier Mitarbeiter des Weinviertler Fleischers haben sich mit ihren Geschichten an die Arbeiterkammer gewendet. "Für Oktober hab ich zwar eine Lohnabrechnung, aber keine Zahlung erhalten. Auf den Lohn im November habe ich eine Stange Wurst im Wert von neun Euro erhalten. Für Dezember wurde ich mit Fleischwaren im Wert von 256 Euro abgespeist", so der Bericht eines 29-Jährigen. Eine andere Mitarbeiterin sei mit Schweinefleisch im Wert von 1.423 Euro "bezahlt" worden. Eine Rechnung listet penibel auf, was sie bekommen hat.

Jedenfalls haben die MitarbeiterInnen seit Oktober kein Geld gesehen. Mit Jahresende sind sie gekündigt worden, ohne Endabrechnung oder Weihnachtsgeld, berichtet die Arbeiterkammer weiter. Der Fleischer habe bis dato keine Insolvenz angemeldet. Dass die MitarbeiterInnen zu ihrem Geld kommen, dafür will die AKNÖ sorgen. "Wenn es nicht anders geht, klagen wir." (rom, derStandard.at, 8.2.2013)

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    Wenn am Lohnzettel statt Euro Wurst steht.

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