Kein Anstieg der HIV-Infektionen in Österreich

7. Februar 2013, 16:36
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Entgegen den Behauptungen stagniert die Zahl der HIV-Infektionen in Österreich - 2012 gab es 525 neue Diagnosen

Vor dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember war in Österreich von einem Anstieg der festgestellten HIV-Infektionen die Rede. Doch das ist offenbar nicht der Fall. "Nach Abschluss der Daten für das gesamte Jahr 2012 stimmt das aber eindeutig nicht", schreiben die Fachleute vom Department für Virologie der MedUni Wien in ihrem neuesten Bericht. Mit 523 bestätigten Diagnosen sei man im Vergleich zu 2011 (525) auf praktisch gleichem Stand.

"Allerdings ist das bereits ein recht hohes Niveau," stellt Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl fest. Man wisse allerdings nicht, ob höhere Zahlen bei den HIV-Neudiagnosen auf eine vermehrte Infektionsrate oder auf mehr Tests zurückzuführen seien. Ausgesprochen positiv haben sich die modernen Behandlungsmöglichkeiten bei Aids ausgewirkt. Die Expertin: "Seit dem Beginn des erfolgreichen Einsatzes der antiretroviralen Therapie vor etlichen Jahren gehen die Aids-assoziierten Todesfälle unter den HIV-Patienten erfreulicherweise konstant zurück."

Weniger Aids-Tote

Laut Statistik des Gesundheitsministeriums wurden im Jahr 2012 bis Mitte November 19 Aids-Sterbefälle registriert (13 Männer und sechs Frauen), im Jahr 2011 starben noch 32 Menschen an Aids. Im Vergleich dazu gab es im Jahr 1994 insgesamt 196 Aids-Sterbefälle in Österreich, also mehr als sechs Mal so viele. Weil HIV-Patienten immer länger leben nimmt die Zahl der mit HIV lebenden Personen jährlich um mindestens 400 Betroffene zu. (APA/red, derStandard.at, 7.2.2013)

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