UCI verringerte Dopingkontrollen

2. Februar 2013, 14:28
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Bericht des niederländischen Fernsehens beruft sich auf interne Dokumente - Teams bestätigen Tendenz

Hilversum - Der Radsport-Weltverband UCI hat in den vergangenen Jahren offenbar deutlich weniger Doping-Kontrollen durchgeführt als ursprünglich geplant. Nach einem Bericht des niederländischen Fernsehens NOS wurde die Zahl der Blutkontrollen außerhalb des Wettkämpfe von 6.711 (im Jahre 2009) um mehr als die Hälfte auf 3.206 (2010) reduziert. Dabei blieb es in etwa auch 2011, als 3.314 Kontrollen durchgeführt worden waren. Die UCI kontrolliert offenbar vor allem junge Rennfahrer, Routiniers werden bewusst weniger kontrolliert.

NOS beruft sich auf interne Dokumente der UCI, die das Thema nicht kommentieren wollte. Mitte Juni 2010 wurde demnach auch das Budget für Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf von 8,4 auf 4,1 Millionen Schweizer Franken gekürzt. Eine große Anzahl von Kontrollen ist jedoch für das Funktionieren des von der UCI eingeführten biologischen Passes notwendig.

Im Biologischen Pass werden Ergebnisse von Urin- und Blutproben bei Trainings- und Wettkampfkontrollen zu einem biologischen Profil eines Athleten zusammengeführt. Werte, die eine Abweichung vom erwarteten Profil darstellen, liefern wichtige Hinweise auf die Verwendung verbotener Substanzen und können einen indirekten Nachweis von Manipulationen darstellen.

Seit 2007 gibt es den biologischen Pass mit Blutkontrollen. In jenem Jahr mussten sich 406 Rennfahrer den "Out-of-Competition"-Kontrollen unterziehen, 2008 waren es bereits 4649 Tests.

Auch die Profiteams bemerkten den Rückgang der Kontrollen. Iwan Spekenbrink, Manager bei Argos-Shimano, erklärte, dass 2012 einige seiner Fahrer im Training nur zweimal kontrolliert worden seien. "Je weniger Kontrollen, desto weniger brauchbar ist der Blutpass. Wir müssen viel öfter kontrollieren, wenn wir den Sport dopingfrei machen wollen", sagte Spekenbrink der NOS. "Ich bedauere das. Die UCI gibt damit ein falsches Signal", meinte Herman Ram, Vorsitzender der niederländischen Antidoping-Behörde. (red/sid/APA - 2.2. 2013)

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