Kovats soll Millionen kassiert haben

29. Jänner 2013, 13:16
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Ermittler gehen von 16 Millionen Euro aus, die Fiskus vorenthalten worden seien

Wien - Aus den Strafverfahren, mit denen sich der Industrielle Mirko Kovats nach der Pleite seines A-Tec-Konzerns konfrontiert sieht, werden immer mehr Details bekannt. Ein Gutteil des Schadens von 50 Mio. Euro, den die Justiz in den laufenden Ermittlungen vermutet, entfällt auf den Verdacht der Steuerhinterziehung. Das berichten die "Salzburger Nachrichten"("SN") in ihrer Dienstagsausgabe. Kovats wies alle Anschuldigungen gegenüber der Zeitung zurück; er werde "zum gegebenen Zeitpunkt" Stellung beziehen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Laut dem Blatt wurden die Vorwürfe nach der A-Tec-Pleite im Zuge durch Betriebsprüfungen der Finanz bei zwei Stiftungen erhoben, in denen Kovats der Begünstigte ist - "MUST"- und "TOSE"-Stiftung.

Insgesamt gehen die Ermittler demnach von zumindest 16 Mio. Euro an dem Fiskus vorenthaltenen Steuern aus; beide Stiftungen gaben seit 2006 keine Steuererklärungen ab und haben offenbar so die Finanz neugierig gemacht, schreiben die "SN".

Steuer

Alleine 13 Mio. Euro sollen auf die Kapitalertragssteuer entfallen, welche die MUST-Stiftung hätte abliefern müssen. Zudem soll die Staatsanwaltschaft weitere Verdachtsmomente wie den Kauf einer Jacht und einer Villa in Monaco durchleuchten, die eine verdeckte Gewinnausschüttung an Kovats darstellen könnten.

Weitere 3 Mio. Euro Körperschaftssteuer soll die Capital und Industrie Investment AG (CII) - im Eigentum der MUST-Stiftung - nicht abgeliefert haben. Zudem sollen anno 2008 und 2009 Gelder in Höhe von rund 7,5 Mio. Euro aus der CII an Kovats geflossen sein, in denen die Finanz laut Zeitung eine "verdeckte Gewinnausschüttung" sieht. Das Ziel sei gewesen, Forderungen der CII gegenüber Kovats "in Verbindlichkeiten umzuwandeln".

In sich haben es offenbar auch Beteiligungen auf den Bahamas, welche die CII ab 2007 in ihren Büchern hat. Laut "SN" werfen Finanzamt und Staatsanwaltschaft Kovats deshalb vor, er habe "sein Firmengeflecht benutzt, um seine privaten Grundstückskäufe auf den Bahamas zu finanzieren und dabei steuerliche Vorteile zu erlangen". Zahlungsbelege und E-Mails belasteten den Manager dahingehend, dass "Kovats sämtliche Entscheidungen betreffend die Liegenschaften auf den Bahamas persönlich getroffen hat" und bei Zahlungen in diesem Zusammenhang "stets kontomäßiger Zeichner war". (APA, 29.1.2013)

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