Mann in Wien: Kein Konto wegen Iran-Sanktionen

25. Jänner 2013, 19:42
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Wer in Österreich die falsche Staatsbürgerschaft hat gerät schnell einmal unter Generalverdacht

Wer in Österreich die falsche Staatsbürgerschaft hat - also nicht die österreichische - gerät schnell einmal unter Generalverdacht. Leser S. R. machte unlängst diese Erfahrung. Der Student wollte in einer Bank-Austria-Filiale in der Wiener Innenstadt ein Konto eröffnen, was ihm mit Verweis auf seine iranische Staatsbürgerschaft verweigert wurde. R.s Hinweis darauf, dass er in Österreich wohnhaft sei und studiert, half nichts. Iran. Sanktionen. Da könne man nichts machen, lautete die Auskunft bei der Bank.

R. ließ die Geschichte nicht ruhen. Atomstreit hin oder her, man muss ja seine Rechnungen bezahlen. Tatsächlich war die Begründung der Bank Austria falsch. Laut Oesterreichischer Nationalbank steht es Banken nämlich frei, Geschäfte mit Iranern in Österreich zu machen. Überweisungen in den Iran über 40.000 Euro muss die Notenbank genehmigen. Aber R. wollte ja kein Geld an dubiose Empfänger in Teheran, sondern an seinen Vermieter in Margareten überweisen.

Nach Rückfrage des Standard bedauert die Bank Austria den Vorfall, die Sache sei ein Missverständnis gewesen. R. könne ein Konto eröffnen, er darf nur kein Onlinebanking nutzen. Nicht wegen neuerlicher IT-Probleme, sondern wegen der komplizierten Abwicklung bei Iranern. R. kann es inzwischen egal sein: Er ist zur Konkurrenz gegangen, die ist auch online für ihn da. (szi, DER STANDARD 26.1.2013)

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