"Kreuz.net"-Ableger wieder online

18. Jänner 2013, 12:47
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Die Website ist nun mit einer österreichischen Kennung erneut online - Der deutsche Verfassungsschutz hatte "kreuz.net" als grundgesetzwidrig eingestuft

Wien/Berlin - Nur eine Woche, nachdem das Internetportal "kreuz-net.info" vom Netz genommen wurde, ist es - nun mit österreichischer Kennung versehen - abermals online. Die Seite kreuz-net.at weist im Impressum mit Günther Schneeweiß-Arnoldstein den gleichen Verantwortlichen wie die zuvor offline gegangene Seite "kreuz-net.info" aus, berichtet die Kathpress. Dabei handelt es sich um einen Burschenschafter, der in der Vergangenheit unter anderem die radikale Seite couleurstudent.at verantwortet habe und durch "homophobe sowie antisemitischen Ausfälle bekannt" geworden sei, hatte der Koordinator der Initiative stopptkreuznet.de, David Berger, in Berlin erklärt.

Die auf der Seite vorhandenen Meldungen beziehen sich mittlerweile nahezu ausschließlich auf die katholische Kirche in Österreich. Dabei reichen sie von der von "kreuz.net" gewohnten hetzerischen Medienschelte (etwa über die "projüdische, antikatholische Tageszeitung 'Der Standard'") über einen Bericht zur Wiener Votivkirche ("Hungerstreik zwischen den Mahlzeiten?") bis hin zu Spekulationen über die anstehenden Bischofsernennungen in Österreich. Ziel der Seite ist laut eigenem Bekunden, "eine ähnliche Beitragsqualität wie 'kreuz.net' zu erreichen".

Hetze gegen Homosexuelle

Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz hatte "kreuz.net" als grundgesetzwidrig eingestuft. Die Seite verbreitete immer wieder Hetze gegen Lesben und Schwule, ProtestantInnen, die im Bundestag vertretenen Parteien, deutschsprachige Medien, katholische TheologInnen und Bischöfe sowie zahlreiche antisemitische Äußerungen.

Auch in Österreich hat sich der Verfassungsschutz mit der Internetseite befasst. Die gesammelten Erkenntnisse seien so schwerwiegend, dass derzeit die Staatsanwaltschaft Wien den Fall prüft, erfuhr die Kathpress von den zuständigen Stellen. Die deutschsprachigen Bischofskonferenzen hatten sich zuvor schon mehrfach scharf von dem als "katholisch" firmierenden Portal distanziert. (APA, 18.1.2013)

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