IAEO drängt Iran auf Besuch von Militäranlage Parchin

16. Jänner 2013, 18:28
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EU dementiert neuen Termin für Verhandlungen im Atomstreit

Teheran/Wien/Brüssel - Im Atomstreit mit dem Teheran forderte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) erneut einen Zugang zur umstrittenen Militäranlage Parchin. Ein Inspektorenteam der IAEA traf am Mittwoch in Teheran ein und begann Verhandlungen. Über den Verlauf wurden zunächst keine Details bekannt.

In der Militäranlage soll der Iran nach Vermutung westlicher Geheimdienste Experimente zur Entwicklung von Atomsprengköpfen vorgenommen haben. Die iranische Führung bestreitet das. Vor einer Besichtigung der Anlage müsse die IAEA das Recht des Irans auf die Entwicklung eines zivilen Atomprogramms anerkennen.

Der Westen verdächtigt den schiitischen Gottesstaat, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Nuklearenergie ein Atomwaffenprogramm zu betreiben. Daher wurden in den vergangenen Jahren internationalen Sanktionen wegen der Urananreicherung, darunter ein Öl- und Gasembargo der EU, verhängt. Letzteres hat das Land in den vergangenen Monaten in eine große Wirtschaftskrise geführt.

Präsident Mahmoud Ahmadinejad konterte am Mittwoch gegenüber seinen Kritikern im Parlament, er wolle die Abhängigkeit des Landes von Öleinnahmen verringern und andere wirtschaftliche Optionen stärken. "Man sollte aus den Sanktionen neue Gelegenheiten schaffen", meinte er.

Unterdessen berichtete die iranische Agentur Isna am Mittwoch, für eine neue Runde der Atomgespräche der iranischen Führung mit den Weltmächten sei der 28. und 29. Jänner als Termin vereinbart worden. Eine offizielle Erklärung werde es erst geben, wenn auch der Tagungsort feststehe. Die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton dementierte gegenüber der APA eine solche bereits bestehende Terminvereinbarung. Man stehe noch in den Verhandlungen über einen Ort und einen Termin für neue Gespräche, hieß es. (APA, 16.1.2013)

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