MAN soll Iran mit Dieselmaschinen beliefern

16. Jänner 2013, 08:10
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Eine solche Lieferung würde gegen internationale Sanktionen verstoßen, das UNternehmen weist die Vorwürfe zurück

Berlin/Teheran - Der deutsche Maschinenbauhersteller MAN hat einem Zeitungsbericht zufolge trotz der Sanktionen gegen den Iran Dieselmaschinen an das Land geliefert. Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet unter Berufung auf Recherchen der US-Organisation "United Against Nuclear Iran" (UANI), MAN habe hochwertige Schiffsdiesel geliefert und unterhalte nach wie vor Wartungsverträge mit dem Iran.

Verstoß gegen Sanktionen

Der Konzern sei zudem an der Lieferung von Dieselmaschinen für zwölf Schiffsneubauten des Typs "Very Large Crude Carriers" in China beteiligt. Das wäre ein Verstoß gegen die internationalen Sanktionen, die den Warenaustausch mit dem Iran wegen seines umstrittenen Atomprogramms stark beschränken.

Bei den Dieselmaschinen handelt es sich laut dem Bericht um hochspezialisierte Anlagen, die nur wenige Firmen überhaupt bauen können. Der Iran ist zudem auf eine funktionierende Handelsflotte angewiesen, um seine Rohstoffe exportieren zu können. Die maritime Transportkapazität sei eine "Achillesferse des iranischen Regimes", sagte Michael Spaney, Sprecher der deutschen Organisation "Stop the bomb". Die iranische Schiffsflotte werde zudem von der Führung in Teheran direkt kontrolliert. "Indem MAN hilft, Probleme im Transportsektor zu überwinden, unterstützt die Firma den Ausbau von Irans lukrativstem Wirtschaftszweig", sagte Spaney weiter. Die Einnahmen könne Teheran nutzen, um sein Atomprogramm zu finanzieren und die syrische Führung zu unterstützen.

MAN weist Vorwürfe zurück

MAN wies die Vorwürfe zurück. "Wir dementieren das komplett. Es handelt sich um falsche Informationen", sagte MAN-Sprecher Stefan Straub gegenüber der APA. Es habe bereits 2010 einen Vorstandsbeschluss gegeben, der neue Geschäfte mit dem Iran ausschließe, betonte er.

Auch gegenüber der "Welt" hatte ein Sprecher des Unternehmens gesagt, dass seit 2010 kein Neu-Geschäft mehr aufgenommen werde. Lediglich alte Verträge würden abgearbeitet. Der Bau von Schiffsmotoren in China habe nichts mit MAN Deutschland zu tun. Die Fertigung übernähmen chinesische Lizenzpartner, die die Maschinen in Eigenregie ohne Mitarbeit des deutschen Konzerns bauten. MAN habe keinen Einfluss darauf, wohin die Aggregate schließlich geliefert oder eingebaut würden, wurde der Sprecher weiter zitiert. Das Unternehmen halte sich im Übrigen strikt an alle internationalen Sanktionen.

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück und pocht auf sein Recht auf die Nutzung der Atomenergie. (APA, 16.1.2013)

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