VKI holt Hofer-Grünstrom auf den Boden

14. Jänner 2013, 15:06
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Geht es ums Sparen, gibt es laut Konsumentenschützer billigere Produkte, geht es um die Ökologie, bessere. oekostrom wehrt sich

Seit Montag bietet Hofer umweltfreundlichen Strom der oekostrom AG an (siehe dazu auch: Tarifrechner glüht). Geworben wird vom Diskonter mit der "saubersten Energie" und dem billigsten Tarif. Einer Überprüfung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) halten diese Angaben nicht stand: Das Angebot sei weder das billigste noch das umweltfreundlichste, heißt es in einer Aussendung der Konsumentenschützer. Dennoch könne der VKI dem Ökostromangebot des Diskonters Positives abgewinnen: "Hofer gibt damit einen Impuls am Markt, der die Wechselbereitschaft der Konsumentinnen und Konsumenten mit großer Wahrscheinlichkeit erhöht und damit auch den Wettbewerb im Sinne der Verbraucher belebt", so VKI-Energieexperte Andi Peter.

Das Hofer-Angebot der oekostrom AG biete einen hohen Anteil an Wasserkraft, der aus alten, abgeschriebenen und nicht ökologisch optimierten Kraftwerken komme, einen niedrigen Anteil an Energie aus Windkraft und weniger als ein Prozent an Energie aus Photovoltaik. Damit sei dieses Angebot nicht besser oder umweltfreundlicher als andere standardmäßig angebotene Ökostromprodukte.

Kritik zurückgewiesen

oekostrom weist die Kritik des VKI zurück. "Unser Strom ist sauber und günstig", die Elektrizität komme überwiegend aus modernen Kleinwasserkraftwerken und nicht aus alten unökologischen Anlagen, und bei den Kosten sei man - ohne Einmalrabatte - der günstigste Grünstrom-Anbieter am Markt, betonte oekostrom-Vorstand Horst Ebner am Montag gegenüber der APA. Der 90-prozentige Wasserkraftanteil beim Hofer-Stromprodukt komme in erster Linie aus den seit 2006 und 2011 laufenden Anlagen Triebenbachtal (Steiermark) und Griesbach (Tirol), das seien "saubere und moderne Kraftwerke".

Der Vergleich macht sicher

Zum Vergleich: Die engagiertesten "Grünstrom"-Produkte weisen laut VKI zumindest 21 Prozent Strom aus Windkraft, mindestens 1,5 Prozent Photovoltaik und ein Limit beim Stromanteil aus Wasserkraft auf. Solche Produkte seien durchwegs auch mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert (Alpen Adria Energy, ENAMO Ökostrom und Naturkraft). Dies sei auch bei einem Produkt der oekostrom AG der Fall - allerdings nicht bei dem konkret von Hofer angebotenen.

Auch hinsichtlich des Preises sehen die Konsumentenschützer allen Grund, die Werbeaussagen zu relativieren: Die billigsten Stromprodukte aus erneuerbarer Energie - konkret aus Wasserkraft - bieten derzeit stromdiskont.at (ENAMO) und der Verbund. oekostrom lässt auch diese Aussagen nicht gelten: "Wir bieten sehr wohl den günstigsten Grünstrom am Markt an - wenn man einmalige Rabatte außer acht lässt", so Ebner. Man habe sich ganz bewusst gegen ein zeitlich befristetes Lockangebot entschieden.

In der Tat biete stromdiskont.at (ENAMO), wie vom VKI festgestellt, noch günstigere Elektrizität aus erneuerbarer Energie an, jedoch würden die 600 Euro für 3.500 kWh nur im ersten Jahr gelten, im zweiten seien es schon 738 Euro, so Ebner. Das oekostrom-Angebot bei Hofer koste demgegenüber 633 Euro im Jahr, bezogen auf dieselbe Jahresverbrauchsmenge. Ohne temporären Rabatt sei auch der Verbund-Strom teurer.

Der Schluss des VKI lautet wie folgt: Wenn es ums Sparen geht, dann gibt es billigere Produkte - wenn es um die Ökologie geht, dann gibt es bessere Ökostromprodukte. (rb/APA, derStandard.at, 14.1.2013)

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    Grünstrom vom Diskonter: Die Konsumentenschützer sehen auch das Gute.

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