UN-Helikopter im Südsudan abgeschossen

21. Dezember 2012, 18:34
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Alle vier Insassen ums Leben gekommen - Armee weist Verantwortung für Anschlag zurück

Juba/Moskau - Im Südsudan ist am Freitag ein Helikopter der UNO-Friedenstruppen abgeschossen worden. Alle vier Besatzungsmitglieder seien ums Leben gekommen, teilte die UNO mit. Der Helikopter habe sich auf einem Aufklärungsflug in der Nähe der Stadt Likuangole im östlichen Bundesstaat Jonglei befunden.

Für den Abschuss waren nach Angaben der UNO die südsudanesischen Streitkräfte verantwortlich. Das Militär habe den Abschuss gegenüber der UNO-Friedensmission im Südsudan zugegeben. Die Armee wies die Darstellung der UNO zurück. Der Helikopter sei von Yau-Yau-Rebellen abgeschossen worden, sagte ein Armeesprecher.

"Der Generalsekretär verurteilt den Abschuss des deutlich gekennzeichneten UNO-Hubschraubers durch die südsudanesische Armee scharf und fordert lückenlose Aufklärung", sagte ein Sprecher von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon in New York.

Tote waren Russen

Die Besatzung des Helikopters war auf einem Aufklärungsflug in der umkämpften Region Jonglei unterwegs. Ersten Berichten zufolge ging die Maschine in Flammen auf. Ein Suchtrupp habe das Wrack erreicht und die Todesopfer bestätigt, sagte ein UNO-Sprecher. Bei den Toten soll es sich laut der Agentur Interfax um vier russische Staatsbürger handeln.

Die UNO-Friedenstruppe UNMISS war nach der Abspaltung des Südsudan vom Norden im Juli 2011 aufgestellt worden. Sechs Monate zuvor hatte sich die Bevölkerung in einem Referendum für eine Teilung ausgesprochen. In einem seit Jahrzehnten andauernden Bürgerkrieg waren rund zwei Millionen Menschen getötet worden. (APA, 21.12.2012)

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