Rektor Badelt: Betreuungssituation an WU bleibt schlecht

20. Dezember 2012, 13:56
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Wirtschaftsuni Wien bekommt in den kommenden drei Jahren 6,7 Millionen Euro mehr für 15 zusätzliche Lehrstellen

Wien - 6,7 Millionen Euro zusätzlich bekommt die Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) in den kommenden drei Jahren für 15 zusätzliche Lehrstellen. "Es gibt zusätzliche Budgets, die Situation der Uni wird sich verbessern, und daher stehe ich auch zu meiner Unterschrift unter den Leistungsvereinbarungen", sagte WU-Rektor Christoph Badelt am Donnerstag. Wirklich glücklich ist er trotzdem nicht: "Die Verbesserung der Betreuungsrelationen ist eine optische Sache, sie werden weiterhin sehr schlecht sein."

Badelt fühlt sich von Politik allein gelassen

Gerade bei den deutschsprachigen Masterstudien gebe es nach wie vor weder genug Geld noch die Möglichkeit von Zugangsbeschränkungen. "Die Politik lässt uns immer noch beim Master und letztlich auch beim Bachelor allein. Die Situation ist jetzt etwas weniger katastrofürchterlich, aber davon hat der einzelne Student nichts."

Reform des Uni-Zugangs "keine Verbesserung"

Dass er die Leistungsvereinbarungen - also die Vereinbarung über das Budget mit dem Wissenschaftsministerium - dennoch unterschrieben hat, begründet Badelt mit der Rechtslage: Die geplante Novelle des Universitätsgesetzes, die den Testlauf zur Studienplatzfinanzierung samt Zugangsbeschränkungen in 19 weiteren Fächern vorsieht, sei untrennbar mit den Leistungsvereinbarungen verbunden. Und auch die WU könne vom Ministerium "keinen Abschluss unabhängig vom Boden des jetzigen Gesetzes" verlangen.

Für seine Uni bringe die Novelle allerdings keine Verbesserung. "Es ist aus meiner Sicht absurd", so Badelt. Die begrenzte Zahl an Studienplätzen, die bei einer größeren Zahl an Bewerbern per Aufnahmeverfahren vergeben werden können, sei nämlich weit höher, als es die Kapazitäten der Unis erlauben würden. "Ich habe das auch in den Leistungsvereinbarungen dokumentiert, dass wir sowohl beim Bachelor als auch beim Master nach wie vor absurd hohe Drop-out-Quoten produzieren müssen. Ich halte das für schlecht und damit auch die Novelle selbst für schlecht."

Falscher Fokus bei Studentenzahlen

Eine wirkliche Studienplatzfinanzierung würde heißen, dass die Studienplätze festgelegt und je nach Fach mit einer bestimmten Summe dotiert werden, so Badelt. Die Politik richte aber ihren Fokus nur auf die globalen Betreuungsverhältnisse einer Universität. Das sei jedoch nicht die relevante Größe, wenn es darum gehe, mehr Platz für Studenten zu schaffen, die ein Studium auch wirklich belegen können.

Die WU hatte bereits in den Leistungsvereinbarungen für 2010 bis 2012 die tatsächlichen Kapazitäten der Uni festgeschrieben, die tatsächliche Zahl der Studenten lag damals laut Rektorat um zwei Drittel darüber. Das Ministerium kündigte darin auch an, sich für Zugangsbeschränkungen einzusetzen, scheiterte allerdings am Widerstand der SPÖ. Die WU erhielt deshalb von einer Schlichtungskommission "wegen gravierender Veränderung der zugrundeliegenden Rahmenbedingungen" sechs Millionen Euro zusätzlich zugesprochen. (APA, 20.12.2012)

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