Bei Immofinanz bricht der Gewinn ein

20. Dezember 2012, 13:31
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Nach Bewertungsverlusten und 90-Prozent-Einbruch bei osteuropäischen Entwicklungsprojekten

Wien - Die börsenotierte Immofinanz AG hat zum Halbjahr 2012/13 bei den Bewertungen ihrer Immobilien 97 Millionen verloren und musste deswegen und wegen eines Einbruchs bei den Entwicklungsprojekten ein um 61 Prozent auf 103,3 Millionen Euro gesunkenes Konzernergebnis hinnehmen. Ein Großteil der Rückgänge sei aber auf unbare Faktoren zurückzuführen, die Ergebnisse seien daher "eine solide Basis für einen guten Start in die zweite Hälfte unseres Geschäftsjahres", erklärte Vorstandschef Eduard Zehetner.

Ungünstige Währungsentwicklungen

Zehetner verwies auf um 15,1 Prozent auf 326,7 Millionen Euro gestiegene Mieterlöse sowie einen um 15 Prozent erhöhten Cash Flow aus dem Ergebnis. Das Ebit sank in den ersten sechs Monaten um 47,6 Prozent auf 324,7 (619,3) Millionen Euro. Das geplante operative Ergebnis von 600 Millionen Euro werde heuer nicht erreicht werden können, erklärte Zehetner.

Man hinke zum Halbjahr zwar hinter den geplanten Verkaufserlösen nach, werde diesen Rückstand in der zweiten Hälfte aber wieder wettmachen. Um fast 90 Prozent sind die Erträge aus der Immobilienentwicklung eingebrochen - "aus dem Development hatten wir uns mehr erwartet, aber wir können uns von externen Diskussionen nicht abkoppeln".

Zu den Bewertungsverlusten und den Rückgängen aus dem Development wurde die Gewinnrechnung von ungünstigen Währungsentwicklungen belastet, die sich mit 50 Millionen Euro zu Buche schlugen.

Wohnungsriese soll entstehen

Das Unternehmen verfügt - inklusive der vorhandenen Kreditlinien - über 756 Millionen Euro liquide Mittel und ist offenkundig weiterhin an der Übernahme der bayerischen Wohnungsgesellschaft GBW interessiert. Zehetner wollte sich nicht im Detail zu der Ausschreibung äußern.

Die Immofinanz will die heute mit 2,5 Milliarden Euro bewertete Wohnungsgesellschaft Buwog und Tausende noch zu erwerbende deutsche Wohnungen zusammenführen und diese im Jahr 2014 an die Börse in Frankfurt bringen - zuerst zu 60 bis 70 Prozent, danach wolle man sich schrittweise zurückziehen. Das gesamte Wohnungspaket solle dann 45.000 bis 50.000 Einheiten umfassen und ein Angebot an defensiv orientierte institutionelle Anleger darstellen.

Zum Zeitpunkt des geplanten Börsegangs würden die nach Gemeinnützigkeitsgesetz gebundenen Wohnungen weniger als 50 Prozent ausmachen, schätzte Zehetner. Kern der an die Börse gebrachten Gesellschaft wäre die 2004 privatisierte Buwog, wo im Buwog-Bestand verbliebene Wohnungen nicht anders als nach den Gemeinnützigkeitsregeln vermietet werden dürfen. (APA, 20.12.2012)

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