Kritik an Kontrollgremium für Lehrerausbildung bleibt

20. Dezember 2012, 12:43
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Rektoren machen gegen Zertifizierungsrat mobil

Wien - Die Universitätenkonferenz (uniko) macht weiter gegen den geplanten Zertifizierungsrat für die Studienangebote von Unis und Pädagogischen Hochschulen (PH) mobil. Der Rat wird im Zuge der gemeinsamen Lehrerausbildung eingeführt. Dieses von Wissenschafts- und Unterrichtsministerium beschickte Gremium soll unter anderem feststellen, ob das jeweilige Studienangebot die Kriterien für eine Anstellung der Absolventen an Schulen erfüllt und dabei etwa Studienpläne kontrollieren. Damit würden Aufgaben, die derzeit in der Autonomie der Unis liegen wie die Erlassung von Curricula an eine Kommission delegiert, kritisierte uniko-Präsident Heinrich Schmidinger am Dienstagabend vor Journalisten: "Das kann's nicht sein."

Unis wollen federführend sein

Grundsätzlich seien die Unis an einer Kooperation mit den PH in Sachen Lehrerausbildung interessiert, wobei die Federführung bei der gemeinsamen Entwicklung von Studienplänen für die Sekundarstufe I und II (derzeit Hauptschule/Neue Mittelschule/AHS-Unterstufe bzw. AHS-Oberstufe und berufsbildende mittlere und höhere Schulen) bei den Unis liegen müsse. "Da gibt es eine positive Grundhaltung unsererseits", so Schmidinger.

"Das muss sich früher oder später spießen"

Allerdings würden mit PH und Unis aus politischen Gründen zwei Institutionen zusammengebracht, die sehr verschieden seien. Auf der einen Seite stünden die autonomen Unis und auf der anderen die dem Unterrichtsministerium weisungsgebundenen PH, so Schmidinger. "Wenn man von uns Kooperation will, muss sich das früher oder später spießen." Dies sei mit dem geplanten Zertifizierungsrat der Fall.

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle habe der uniko mehrmals zugesagt, dass eine solche Einschränkung der Autonomie nicht kommen werde, meinte Schmidinger. Die Vorgehensweise bei der Lehrerausbildung spiegle eine ähnliche Situation wie bei der Studienplatzfinanzierung. "Nur damit ein Kompromiss gefunden wird, kommt halt eine halbe Sache heraus." (APA, 20.12.2012)

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