Europas Leitbörsen schließen uneinheitlich

17. Dezember 2012, 18:12
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Telekombranche schwächelt

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag mit uneinheitlicher Tendenz aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 2,53 Einheiten oder 0,10 Prozent auf 2.628,01 Zähler. Belastend wirkte dabei laut Marktteilnehmern, dass die deutsche Industrie im Oktober erstmals im bald abgelaufenen Jahr Jobs gestrichen hat.

Hingegen zogen die Indizes nach der positiven Eröffnung der US-Börsen am Nachmittag nochmals an, konnten jedoch nicht in die Gewinnzone vorrücken. Bei der Rede des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, wurde eine schleppende Erholung in der Eurozone prognostiziert.

Erst in der zweiten Jahreshälfte 2013 dürfte die Konjunktur wieder in Schwung kommen, sagte Draghi. Allerdings bleibe "der mittelfristige Ausblick für die konjunkturelle Entwicklung weiterhin schwierig". Im Verlauf des vierten Quartals hätten Konjunkturindikatoren gezeigt, dass sich die Wirtschaft der Eurozone zunächst noch weiter schwach entwickeln wird, hieß es weiter.

Klar schwächer im europäischen Sektorvergleich präsentierte sich die Telekombranche, nachdem der niederländische Konzern KPN seine Dividendenausschüttung für das Schlussquartal komplett gestrichen hat und sie zugleich für 2013 auf drei Cent je Aktie begrenzen will.

Stärkster Einzelwert im Euro-Stoxx-50 waren Inditex, die 2,08 Prozent auf 105,65 Euro zulegten. Auch Daimler (plus 1,64 Prozent) und ArcelorMittal (plus 1,45 Prozent) lagen fester, während es für Danone die höchsten Kursabgaben setzte (minus 1,75 Prozent auf 49,23 Euro). Anheuser-Busch Inbev (minus 1,49 Prozent) und Banco Santander (minus 1,19 Prozent) verbilligten sich ebenso deutlich.

GDF Suez stiegen 0,36 Prozent auf 15,33 Euro. Der französische Versorger hat einen großen Teil seines Geschäfts mit erneuerbarer Energie in Kanada verkauft. 60 Prozent des Portfolios gehe an Mitsui & Co und Fiera Axium. Der Anteil hat laut Konzernauskunft einen Unternehmenswert von 1,5 Mrd. Euro. Mit dem Verkauf will GDF seine Schulden um rund einer Milliarde Euro senken. Die restlichen 40 Prozent verblieben im Unternehmen, um in Kanada weitere Projekte anzuschieben, hieß es.

Europas zweitgrößter Textilkonzern Hennes & Mauritz (H&M) hat seinen Umsatz im vierten Quartal um 5 Prozent gesteigert, dürfte dabei aber weiter Marktanteile an die Konkurrenz verloren haben. Die Erlöse kletterten zwischen September und Ende November auf 32,5 Mrd. schwedische Kronen (3,79 Mrd. Euro) nach knapp 31 Mrd. Kronen ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. H&M legten im OMX Stockholm 3,36 Prozent auf 224,30 schwedische Kronen zu.

Die deutsche Politik nimmt der Deutschen Bank den groß angekündigten Kulturwandel nicht ab. Im Gegenteil: Nachdem am Wochenende bekannt wurde, dass sich der neue Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier über die Großrazzia in der Frankfurter Zentrale beschwert hatte, schlagen die Wellen hoch. "Niemand steht in Deutschland über dem Rechtsstaat", sagte Unionsfraktions-Vizechef Michael Meister dem "Handelsblatt". Deutsche Bank verloren 0,34 Prozent auf 32,54 Euro. (APA, 17.12.2012)

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