Ärztekammer ringt um Linie zur Gesundheitsreform

12. Dezember 2012, 18:38
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Kammerpräsident Wechselberger hat noch nicht auf Einigung reagiert

Wien - Die Ärztekammer übt sich weiterhin in Zurückhaltung. Nachdem am Dienstagnachmittag die Eckpunkte der Gesundheitsreform zwischen Bund, Ländern und Kassen paktiert wurden, sieht sich Kammerpräsident Artur Wechselberger weiterhin außerstande, das Papier zu kommentieren - man kenne die Einigung nur aus den Medien, schriftliche Unterlagen lägen der Kammer noch nicht vor, lautet die offizielle Begründung.

Im Hintergrund dürfte freilich ein Streit darüber toben, wie die Ärztevertreter, die in den letzten Wochen massiv gegen die Reform protestiert hatten, nun mit dem Verhandlungsergebnis umgehen sollen. Einige Landeskammern wollen unbedingt die Eskalation, sprich einen Streik, der im Vorfeld der Einigung für Mitte Jänner in den Raum gestellt worden war. Andere plädieren für Deeskalation und weitere Gespräche mit der Politik.

Kritik aus Niederösterreich

Eine ganz eigene Position nimmt wiederum der niederösterreichische Ärztekammerpräsident Christoph Reisner ein. Er kritisierte einerseits Wechselberger für das aggressive öffentliche Vorgehen der Kammer, andererseits plädierte er vor einigen Wochen dafür, sämtliche Kassenverträge aufzulösen. Reisner war freilich im Frühjahr einer der schärfsten Konkurrenten Wechselbergers im Rennen um die Präsidentschaft.

Am Donnerstag tagt die Vollversammlung der Ärztekammer, bei der versucht werden soll, eine gemeinsame Linie zu finden. Am Freitag wollen Wechselberger und Co dann auch offiziell Stellung nehmen. (hei, DER STANDARD, 13.12.2012)

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