Suhrkamp-Verlag: Unseld-Berkewicz von Gericht abberufen

10. Dezember 2012, 17:21
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Landgericht Berlin gab Mitgesellschafter Hans Barlach recht

Berlin - Die Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkewic, die über eine Familienstiftung 61 Prozent am Verlag hält, ist per Gerichtsbeschluss als Geschäftsführerin des Verlages abberufen worden. Das Landgericht Berlin gab damit dem Mitgesellschafter Hans Barlach, der über 39 Prozent Verlagsanteile verfügt, recht und setzte einen entsprechenden Beschluss der Gesellschafterversammlung vom November 2011 rückwirkend in Kraft.

Auf Antrag Barlachs verpflichtete das Gericht die Geschäftsführung zudem, 282.500 Euro Schadenersatz an den Verlag zu zahlen, weil sie durch die Anmietung von Event-Räumen im Haus der Verlegerin Privates und Geschäftliches unzulässig vermischt habe. Die Urteilsbegründungen stehen noch aus. Suhrkamp-Anwalt Peter Raue geht davon aus, dass gegen die Entscheidung berufen wird.

Ein weiterer Gerichtsstreit zwischen Barlach und Unseld-Berkewicz - die beiden Parteien wollen sich gegenseitig ihre Anteile abkaufen, wobei man sich nicht über den Preis einigen kann - geht einstweilen weiter, ein Urteil wird für den 13. Februar 2013 erwartet. (red, DER STANDARD, 11.12.2012)

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